Third Mission, die dritte Mission der Hochschulen, wird immer wichtiger. In diesem Dossier erläutern wir die Aktivitäten des CHE in diesem Feld.

Lehre und Forschung sind die Kernmissionen von Hochschulen. Aber damit ist es nicht getan. Im 21. Jahrhundert gehören Wissens- und Technologietransfer, regionales Engagement, Weiterbildungsangebote oder auch Soziale Innovationen gleichermaßen zur akademischen Tagesordnung.

Die Bedeutung der Third Mission wächst

„Third Mission“, zu Deutsch „Dritte Mission“, lautet der Begriff, der sich in den letzten 30 Jahren für Aktivitäten herausgebildet hat, die nicht ausschließlich den Bereichen Lehre und Forschung zuzuordnen sind. Im Laufe der Zeit konnten sich diese Aktivitäten entkoppeln und zu einer eigenen „Mission“ neben Forschung und Lehre werden. Diese dritte Mission ist die Verflechtung der Hochschulen mit ihrer Umwelt – der Gesellschaft, Kommunen, mit der Wirtschaft. Sie ist ein Sammelbegriff für Aktivitäten, in denen die Beachtung gesellschaftlicher Trends und Bedürfnisse zum Ausdruck kommt.

Das CHE beschäftigt sich seit 2013 intensiv mit dem Thema Third Mission.

Das Sunburst zeigt 31 Facetten von Third Mission und angewandter Forschung an Hochschulen für angewandte Wissenschaften

Wir entwickelten und testeten als erste Einrichtung in Deutschland ein Indikatorset für angewandte Forschung und Third Mission im Projekt FIFTH: Facetten von und Indikatoren für angewandte Forschung und Third Mission an Hochschulen für angewandte Wissenschaften.
Siehe dazu auch die Publikation:

Wir berieten Hochschulen im Kontext der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“, gaben der LHK Niedersachsen Empfehlungen, zur Weiterentwicklung des Wissens- und Technologietransfers und dazu, wie der Transfer durch das Land Niedersachsen weiter gefördert werden könnte.

Was wir daraus gelernt haben: „Third Mission“ steht heute auf Augenhöhe mit Lehre und Forschung. Sie ist aus unserer aktuellen Hochschullandschaft nicht mehr wegzudenken.

Einen aktuellen Überblick über die Arbeit und Ausstattung der Transfereinrichtungen an deutschen Hochschulen bietet der im Frühjahr 2020 veröffentlichte CHECK:

Die Aktivitäten wirken sich dabei nicht nur unmittelbar auf Gesellschaft und Wirtschaft aus. Hochschulen spielen durch die Third Mission Aktivitäten auch eine stärkere und sichtbarere Rolle in der Öffentlichkeit: Zum Beispiel dadurch, dass Forschungsprojekte in Kooperation mit Unternehmen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen durchgeführt werden. Wissenschaftskommunikation trägt dazu bei, dass gesellschaftlich relevante Fragen und Themen leichter Einzug in die Forschung halten. Es kommt zu einem wechselseitigen Austausch. Im optimalen Fall führt dies zu einer gesellschaftlichen Weiterentwicklung, zu einer Sozialen Innovation.

Soziale Innovationen werden ein Zukunftsthema für Hochschulen

Im aktuellen Forschungsprojekt WISIH: Wege und Indikatoren Sozialer Innovationen aus Hochschulen beschäftigt sich das CHE intensiv mit „Sozialen Innovationen“.

Soziale Innovationen tragen zu einer Veränderung sozialer Praktiken in der Wirtschaft (z.B. flexible Arbeitszeitgestaltung) oder auch der Gesellschaft insgesamt (z.B. Konzepte, wie ältere Mitbürger länger selbstbestimmt in ihrem eigenen Zuhause leben können) sowie zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen bei.

Im Gegensatz zu technischen Innovationen sind sie jedoch weniger öffentlich bekannt und erforscht.

Zeithorizont für das Projekt WISIH

Studien belegen, dass derzeit nur rund 15-20 Prozent aller Sozialen Innovationen ihren Ursprung in einer Hochschule nehmen. Doch hier lassen sich gerade Zeichen für eine Änderung erkennen. Durch die gestiegene Bedeutung von Third Mission, steigt auch das Interesse an Sozialen Innovationen.

Forschungslücken bestehen vor allem hinsichtlich der Prozesse, die den Sozialen Innovationen zugrunde liegen, sowie bei der Messung und der Darstellung von Ergebnissen und Wirkungen Sozialer Innovationen. Soziale Innovationen können jedoch nur dann gesteuert, unterstützt und honoriert werden, wenn verstanden wird, wie sie funktionieren, wie sie entstanden sind und wie sie sich verbreiten. Genau das möchte das Projekt WISIH in der Projektlaufzeit von Oktober 2019 bis September 2022 untersuchen. Im Projekt WISIH werden Beispiele Sozialer Innovationen aus Hochschulen gesammelt und die Wege nachgezeichnet, die von der Idee bis hin zur Innovation genommen wurden. Geeignete Indikatoren zur Messung werden gesucht und in der Praxis getestet.

News

Ob flexible Arbeitszeitmodelle oder neue Verhaltensregeln zur Vermeidung von Infektionen. Die sogenannten Sozialen Innovationen zeigen gerade in der aktuellen Corona-Pandemie ihre große...
Fast alle Hochschulen transferieren Forschungsergebnisse, Patente oder Impulse in Wirtschaft oder Gesellschaft. Dies geschieht mittlerweile oft in speziellen Einheiten auf dem Campus....

Ansprechpartnerin

Dr. Isabel Roessler
Dr. Isabel Roessler Senior Projektmanagerin

Dr. Isabel Roessler

Senior Projektmanagerin