Mal eben mit dem Kommilitonen per Whatsapp ausgetauscht, kurz via Youtube auf das Referat eingestimmt und online in der Bib recherchiert – im studentischen Alltag gehören digitale Technologien ganz natürlich dazu.

Die Selbstverständlichkeit des digital-geprägten Alltags – nicht nur von Studierenden – prallt jedoch auf eine wenig dynamische Hochschulwelt, in der die Entwicklung langsamer voran zu gehen scheint. Zwar gibt es auf der eine Seite Vorreiter unter den Lehrenden, die digitale Medien proaktiv in das Studium integrieren, aber auf der anderen Seite ist auch erkennbar, dass viele Hochschulen noch nicht im digitalen Zeitalter angekommen sind. Auch sind in der Breite der deutschen Hochschulen eher inkrementelle Innovationen zu beobachten, während es weltweit häufiger zu einer grundlegenden Diversifizierung des „Modells Vollzeitstudium” kommt.

2014 wurde das Hochschulforum Digitalisierung gegründet, um Impulse zu geben, zu informieren und Akteure aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu vernetzen. Es ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft mit dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

„Die weit verbreitete private Nutzung digitaler Medien übersetzt sich nicht zwangsläufig in den Hochschulalltag. Nur wo digitale Medien einen obligatorischen Bestandteil des Lernprozesses ausmachen, ist die Verbreitung bereits heute hoch.“ Julius-David Friedrich, Projektleiter.

Doch was bedeutet Hochschulbildung im digitalen Zeitalter?

Fakt ist, dass Bildung etwas menschliches und nichts digitales ist und bleibt. Technologien können wesentliche, zwischenmenschliche Bereiche der Hochschulbildung nicht ersetzen. In einer stark pluralisierten und digitalisierten Welt kommt es gerade auf die Lehrenden als Menschen an, die Studierenden eine Einordnung, Feedback, Gelegenheiten zur Reflexion geben sowie pädagogische und didaktische Entscheidungen treffen.

Gleichzeitig können digitale Medien aber – beispielsweise in den Bereichen Wissensvermittlung und Kollaboration – Lehr-Lern-Prozesse unterstützen und Anregung für neue Formen der Vermittlung bieten. Auch in Prüfungen und Beratungen machen immer mehr Lehrende positive Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Technologien. Doch am Beispiel digitaler Prüfungen wird schnell klar: Grundlegende Voraussetzungen, wie eine Verankerung in Prüfungsordnungen oder auch die technische Ausstattung, müssen auf Ebenen des Hochschulmanagements geschaffen werden.

Hochschulstrategien für ein digitales Zeitalter entwickeln

Innovationen in Lehr-, Prüfungs- oder Beratungsszenarien gingen bisher häufig von einzelnen Lehrenden aus. Manchmal werden Kolleginnen und Kollegen davon ‘angesteckt’, Unterstützung von Mediendidaktik-Zentren in Anspruch genommen oder Best-Practise-Beispiele publiziert. Auf strategischer Ebene gibt es jedoch erst nach und nach das Bestreben einer nachhaltigen Verankerung und Unterstützung. Hochschulleitungen kommen aber immer mehr zu dem Bewusstsein, dass Digitalisierung zur Lösung von grundlegenden Herausforderungen beitragen kann und dass die Hochschulen selbst den digitalen Wandel auf allen Ebenen aktiv mitgestalten können.

“Jede Hochschule wird ihre eigene digitale Strategie finden müssen und wollen. Keine digitale Strategie ist wie die andere. Es geht hier also nicht um „One fits it all“, sondern darum, individuell für jede Hochschule den richtigen Weg ins digitale Zeitalter zu finden.” Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführer.

Hierbei ist jedoch eine strategische Herangehensweise einzelner Hochschulen unumgänglich.  Das HFD unterstützt Hochschulen bei der strategischen Verankerung der Digitalisierung sowie der Nutzung in der Lehre und entwickelt gemeinsam mit ihnen zukunftsweisende Szenarien für Hochschulen im digitalen Zeitalter.

Es bietet jährlich für sechs Hochschulen eine Peer-to-Peer-Beratung, um eigene Strategien für die Hochschullehre im digitalen Zeitalter zu erarbeiten und umzusetzen. Neben der Strategieberatung werden die von einer Jury ausgewählten Hochschulen über Workshops und Konferenzen untereinander sowie mit weiteren Hochschulen vernetzt.

Informationen dazu unter hochschulforumdigitalisierung.de/de/strategien-hochschulbildung-digitales-zeitalter

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Das Hochschulforum unterstützt Hochschulen bei der strategischen Verankerung der Digitalisierung sowie der Nutzung in der Lehre und entwickelt gemeinsam mit ihnen zukunftsweisende Szenarien für Hochschulen im digitalen Zeitalter. Die Trägerschaft vom Hochschulforum Digitalisierung liegt gemeinsam beim Stifterverband, CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz.

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Dr. Jörg Dräger Geschäftsführer

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Mareike Verhaag
Mareike Verhaag Assistentin (Elternzeit)

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Assistentin (Elternzeit)