Sich mit den Kommiliton*innen per Whatsapp austauschen, kurz via Youtube auf das Referat einstimmen und online in der Bibliothek recherchieren – im studentischen Alltag gehören digitale Technologien ganz natürlich dazu. Dies gilt besonders seit Beginn der Coronapandemie zum Sommersemester 2020. Maßnahmen und Konzepte für digitale Lehre helfen seither die Lehre flächendeckend aufrechtzuerhalten.

Die Pandemie hat damit an Hochschulen in Deutschland und weltweit zu einem Digitalisierungsschub geführt. Um Infektionsrisiken zu vermeiden, wurden Hochschulen gezwungen, etablierte Prozesse wie beispielsweise die Lehre in den digitalen Raum zu verschieben. Dies bietet eine große Chance für die Entwicklung der Digitalisierung in den Hochschulen.

Auch nach mehreren digitalen Semestern zeigt sich, dass weiterhin bestimmte Ängste, Hoffnungen, (leere) Versprechungen und diffuse Vorstellungen rund um die Digitalisierung an Hochschulen bestehen. In einem Diskussionspapier hat das Hochschulforum Digitalisierung neun derartige Vorstellungen identifiziert, die im Kontext der digitalen Hochschulbildung immer noch für Verunsicherung sorgen und ordnet sie vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ein.

Das digitale Sommersemester 2020

Studium während der Corona-Pandemie
Studium während der Corona-Pandemie – Foto: Engin Akyurt/Pixabay

In einer groß angelegten Studie beleuchtet das CHE das erste digitale Sommersemester 2020 insbesondere aus Sicht der Studierenden und Lehrenden. Zusätzlich werden die Fragen beantwortet, welche Maßnahmen die Hochschulen ergriffen haben, um die ad hoc-Umstellung auf eine digitale Lehre zu managen und mit welchen Herausforderungen die unterschiedlichen Fachdisziplinen umgehen mussten.

Eine erste Bestandsaufnahme sowie einen Forschungsüberblick kurz nach Beginn der Pandemie geben die beiden Formate “CHECK” und “Kurz & Kompakt” vom Hochschulforum Digitalisierung. Beide Papiere setzen sich mit der Umstellung auf eine digitale Lehre im Sommersemester 2020 um.


Online-Klausuren von zu Hause waren bis zur Corona-Krise für viele (öffentliche) Hochschulen ein Novum. Ein Artikel in der DUZ Wissenschaft & Management 8/ 2020 dreht sich um die technische Machbarkeit, die Gewährleistung von Rechtssicherheit sowie die Möglichkeiten von Fernbeaufsichtigung (Online-Proctoring) und den damit verbundenen Datenschutz.

Dazu auch ein Interview mit Dr. Jannica Budde im Deutschlandfunk Campus & Karriere.

Das Rad muss nicht an 400 Hochschulen neu erfunden werden

Waren es zuvor größtenteils Vorreiter von Hochschulen und Lehrenden, die sich mit Themen der Digitalisierung intensiv befasst haben, kommt aktuell kaum ein Akteur im Hochschulbereich um das Thema herum. Doch Digitalisierung darf nicht bei den schnellen Notlösungen stehenbleiben.

Nicht in allen Bereichen können Hochschulen von heute auf morgen auf digitale Lehre umstellen. Nicht an allen Hochschulen ist die dafür notwendige Infrastruktur vorhanden und sowohl bei den Lehrenden als auch von den Studierenden sind nicht alle mit digitalen Möglichkeiten vertraut. Es ist aktuell eine Gratwanderung zwischen schneller Reaktion und qualitativ hochwertiger digitaler Lehre. Dabei bietet sich nun die Chance zu erproben, was auch in Zeiten, in denen Präsenzlehre wieder möglich sein wird, einen Mehrwert liefert. Es wird nicht alles gelingen und nach Corona weiterhin Bestand haben. Aus Angst zu scheitern untätig zu bleiben, ist aber keine Alternative.

Ein Erfahrungsaustausch und gegenseitiges Lernen ist über das Hochschulforum Digitalisierung möglich. Auf der Seite des Hochschulforum Digitalisierung (HFD) finden sich entsprechende Ansätze, Austauschgelegenheiten und Inspirationen. Zu allen Aktivitäten in der Corona-Krise hat das Hochschulforum Digitalisierung eine Sonderseite erstellt.

Doch was bedeutet Hochschulbildung im digitalen Zeitalter?

Fakt ist, dass Bildung etwas Menschliches und nichts Digitales ist und bleibt. Technologien können wesentliche, zwischenmenschliche Bereiche der Hochschulbildung nicht ersetzen. In einer stark pluralisierten und digitalisierten Welt kommt es gerade auf die Lehrenden als Menschen an, die Studierenden eine Einordnung, Feedback, Gelegenheiten zur Reflexion geben sowie pädagogische und didaktische Entscheidungen treffen.

Gleichzeitig können digitale Medien aber – beispielsweise in den Bereichen Wissensvermittlung und Kollaboration – Lehr-Lern-Prozesse unterstützen und Anregung für neue Formen der Vermittlung bieten. Auch in Prüfungen und Beratungen machen immer mehr Lehrende positive Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Technologien. Doch am Beispiel digitaler Prüfungen wird schnell klar: Grundlegende Voraussetzungen, wie eine Verankerung in Prüfungsordnungen oder auch die technische Ausstattung, müssen auf Ebenen des Hochschulmanagements geschaffen werden.

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Julius-David Friedrich

„Im Zuge der Corona-Pandemie mussten alle Hochschulen nach angemessenen und kreativen Lösungen suchen, wie ein Lehrbetrieb durchgeführt wird. Vieles konnte erprobt werden. Im Idealfall können diese kreativen Lösungen auch langfristig in der Lehre eingesetzt werden. Nun muss eine breite Debatte angestoßen werden, welche Formate auch nach der Pandemie dauerhaft in den Lehrbetrieb aufgenommen werden. Wie kann das Beste aus Präsenz- und Online-Lehre kombiniert werden?” Julius-David Friedrich, Projektleiter

 

Hochschulstrategien für ein digitales Zeitalter entwickeln

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Dr. Jörg Dräger

Für eine nachhaltige Verankerung und die passgenaue Entwicklung von Unterstützungsstrukturen braucht es eine strategische Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung von Seiten der Hochschulleitung. Digitalisierung kann zur Lösung von grundlegenden Herausforderungen beitragen. Doch gibt es keine Einheitslösung für jede Hochschule. Vielmehr müssen Hochschulen sehr individuell die Digitalisierung von Studium und Lehre als strategisches Thema reflektieren.

„Jede Hochschule wird ihre eigene digitale Strategie finden müssen und wollen. Keine digitale Strategie ist wie die andere. Es geht hier also nicht um „One fits it all“, sondern darum, individuell für jede Hochschule den richtigen Weg ins digitale Zeitalter zu finden.” Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführer.

 

Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) ist zentrales Netzwerk sowie Think & Do Tank, der den Diskurs zur Hochschul-bildung im digitalen Zeitalter orchestriert, Trends einordnet, Innovationen an-stößt und Akteure bei der Umsetzung lösungsorientiert begleitet. Als Impuls-geber informiert, berät und vernetzt das HFD Akteure aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Es unterstützt Hochschulen bei der strategischen Verankerung der Digitalisierung sowie der Nutzung in der Lehre und entwickelt gemeinsam mit ihnen zukunftsweisende Szenarien für Hochschulen im digitalen Zeitalter. Informationen dazu unter hochschulforumdigitalisierung.de/de/strategien-hochschulbildung-digitales-zeitalter.

Das Hochschulforum Digitalisierung wurde 2014 gegründet und ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft mit dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

 

 

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Das Hochschulforum unterstützt Hochschulen bei der strategischen Verankerung der Digitalisierung sowie der Nutzung in der Lehre und entwickelt gemeinsam mit ihnen zukunftsweisende Szenarien für Hochschulen im digitalen Zeitalter. Die Trägerschaft vom Hochschulforum Digitalisierung liegt gemeinsam beim Stifterverband, CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz.

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