Mal eben mit dem Kommilitonen per Whatsapp ausgetauscht, kurz via Youtube auf das Referat eingestimmt und online in der Bib recherchiert – im studentischen Alltag gehören digitale Technologien ganz natürlich dazu. Dies gilt besonders im Sommersemester 2020. Maßnahmen und Konzepte für digitale Lehre helfen zurzeit die Lehre flächendeckend aufrechtzuerhalten.

Die Corona-Krise hat damit an Hochschulen in Deutschland und weltweit zu einem Digitalisierungsschub geführt. Um Infektionsrisiken zu vermeiden, sind Hochschulen gezwungen, etablierte Prozesse wie beispielsweise die Lehre in den digitalen Raum zu verschieben. Dies bietet eine große Chance für die Entwicklung der Digitalisierung in den Hochschulen.

Dezentrale Online-Klausuren waren bis zur Corona-Krise für viele (öffentliche) Hochschulen ein Novum. Ein Artikel in der DUZ Wissenschaft & Management 8/ 2020 dreht sich aktuell um die technische Machbarkeit, die Gewährleistung von Rechtssicherheit sowie die Möglichkeiten von FernBeaufsichtigung (Online-Proctoring) und den damit verbundenen Datenschutz.

Das Rad muss nicht an 400 Hochschulen neu erfunden werden

Waren es zuvor größtenteils Vorreiter von Hochschulen und Lehrenden, die sich mit Themen der Digitalisierung intensiv befasst haben, kommt aktuell kaum ein Akteur im Hochschulbereich um das Thema herum. Doch Digitalisierung darf nicht bei den schnellen Notlösungen stehenbleiben.

Nicht in allen Bereichen können Hochschulen von heute auf morgen auf digitale Lehre umstellen. Nicht an allen Hochschulen ist dafür die notwendige Infrastruktur vorhanden und sowohl bei den Lehrenden als auch von den Studierenden sind nicht alle mit digitalen Möglichkeiten vertraut. Es ist aktuell eine Gratwanderung zwischen schneller Reaktion und qualitativer hochwertiger digitaler Lehre. Dabei bietet sich nun die Chance zu erproben, was auch in Zeiten, in denen Präsenzlehre wieder möglich sein wird, einen Mehrwert liefert. Es wird nicht alles gelingen und auch nicht nach Corona alles Bestand haben. Aus Angst zu scheitern nun untätig zu bleiben, ist aktuell aber keine Alternative.

Ein Erfahrungsaustausch und gegenseitiges Lernen ist über das Hochschulforum Digitalisierung möglich. Auf der Seite des Hochschulforum Digitalisierung (HFD) finden sich entsprechende Ansätze, Austauschgelegenheiten und Inspirationen. Zu allen Aktivitäten in der Corona-Krise hat das Hochschulforum Digitalisierung eine Sonderseite erstellt.

 

„Alle Hochschulen müssen nun nach angemessenen und kreativen Lösungen suchen, wie ein Lehrbetrieb durchgeführt wird. Vieles kann nun erprobt werden. Im Idealfall können diese kreativen Lösungen auch langfristig in der Lehre eingesetzt werden. Die Präsenz könnte dann in der Zukunft vor allem für dialogische Formate genutzt werden.“ Julius-David Friedrich, Projektleiter.

 

Doch was bedeutet Hochschulbildung im digitalen Zeitalter?

Fakt ist, dass Bildung etwas Menschliches und nichts Digitales ist und bleibt. Technologien können wesentliche, zwischenmenschliche Bereiche der Hochschulbildung nicht ersetzen. In einer stark pluralisierten und digitalisierten Welt kommt es gerade auf die Lehrenden als Menschen an, die Studierenden eine Einordnung, Feedback, Gelegenheiten zur Reflexion geben sowie pädagogische und didaktische Entscheidungen treffen.

Gleichzeitig können digitale Medien aber – beispielsweise in den Bereichen Wissensvermittlung und Kollaboration – Lehr-Lern-Prozesse unterstützen und Anregung für neue Formen der Vermittlung bieten. Auch in Prüfungen und Beratungen machen immer mehr Lehrende positive Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Technologien. Doch am Beispiel digitaler Prüfungen wird schnell klar: Grundlegende Voraussetzungen, wie eine Verankerung in Prüfungsordnungen oder auch die technische Ausstattung, müssen auf Ebenen des Hochschulmanagements geschaffen werden.

Hochschulstrategien für ein digitales Zeitalter entwickeln

Für eine nachhaltige Verankerung und die passgenaue Entwicklung von Unterstützungsstrukturen braucht es eine strategische Auseinandersetzung mit dem Thema Digitalisierung von Seiten der Hochschulleitung. Digitalisierung kann zur Lösung von grundlegenden Herausforderungen beitragen. Doch gibt es keine Einheitslösung für jede Hochschule. Vielmehr müssen Hochschulen sehr individuell die Digitalisierung von Studium und Lehre als strategisches Thema reflektieren.

“Jede Hochschule wird ihre eigene digitale Strategie finden müssen und wollen. Keine digitale Strategie ist wie die andere. Es geht hier also nicht um „One fits it all“, sondern darum, individuell für jede Hochschule den richtigen Weg ins digitale Zeitalter zu finden.” Dr. Jörg Dräger, Geschäftsführer.

 

 

 

 

 

Das HFD unterstützt Hochschulen bei der strategischen Verankerung der Digitalisierung sowie der Nutzung in der Lehre und entwickelt gemeinsam mit ihnen zukunftsweisende Szenarien für Hochschulen im digitalen Zeitalter.

Es bietet jährlich für sechs Hochschulen eine Peer-to-Peer-Beratung, um eigene Strategien für die Hochschullehre im digitalen Zeitalter zu erarbeiten und umzusetzen. Neben der Strategieberatung werden die von einer Jury ausgewählten Hochschulen über Workshops und Konferenzen untereinander sowie mit weiteren Hochschulen vernetzt.

Informationen dazu unter hochschulforumdigitalisierung.de/de/strategien-hochschulbildung-digitales-zeitalter 

Das Hochschulforum Digitalisierung wurde 2014 gegründet, um Impulse zu geben, zu informieren und Akteure aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu vernetzen. Es ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft mit dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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Das Hochschulforum unterstützt Hochschulen bei der strategischen Verankerung der Digitalisierung sowie der Nutzung in der Lehre und entwickelt gemeinsam mit ihnen zukunftsweisende Szenarien für Hochschulen im digitalen Zeitalter. Die Trägerschaft vom Hochschulforum Digitalisierung liegt gemeinsam beim Stifterverband, CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz.

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