Foto: Shutterstock.com/Robert Kneschke

Das CHE hat gemeinsam mit afrikanischen und europäischen Hochschulpartner*innen Qualitätsstandards für duale Studiengänge in Mozambique und Südafrika entwickelt. Eine Publikation dazu ist als Online-Dokument auf der Webseite des Erasmus+ Projekts “LaTFURE – Learning and Teaching Tools Fuelling University Relations with the Economy in Mozambique and South Afrika” erschienen. Dort ist auch eine Fülle weiterer hilfreicher Materialen rund um das Thema „Duales Studium“ abrufbar, welche im Zuge des dreijährigen Vorhabens für den afrikanischen Kontext entwickelt worden sind.

Die Verbindung von Studium und Berufsausbildung stößt international auf wachsendes Interesse, weil dadurch die Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen sowie die Berufschancen der Absolvent*innen gefördert werden können. Diesen Trend griff auch LaTFURE auf, das von 2017-2020 als Förderprojekt des EU-Programms Erasmus+ in der Sektion „Capacity Building in the field of Higher Education“ durchgeführt wurde. Ziel eines aus 16 Institutionen bestehenden Konsortiums, davon elf aus Afrika (Südafrika und Mosambik) und fünf aus Europa (Österreich, Finnland und Deutschland), war es, in mehreren Teilprojekten das duale Studienmodell als integralen Bestandteil in der Hochschullandschaft von Südafrika und Mosambik zu etablieren, um die Beziehungen zwischen den Hochschulsystemen und ihrem breiteren wirtschaftlichen und sozialen Umfeld zu stärken. Dafür wurden die staatlichen und institutionellen Bedingungen reflektiert und verbessert sowie insgesamt vier duale Studiengänge als Prototypen entwickelt und eingeführt.

Damit duale Studienangebote ihr volles Potential für Studierende, Hochschulen und Praxispartner entfalten und alle Akteur*innen eine konkrete Vorstellung davon bekommen, was Sie von einem dualen Studienangebot erwarten können, spielen Qualität sowie Qualitätssicherung eine zentrale Rolle. Im Zuge eines diskursiven Prozesses in Form von Workshops und Online-Befragungen hat das CHE vorhandene staatliche und institutionelle Rahmenbedingungen und Strukturen zur Qualitätssicherung von Studiengängen an Hochschulen in Südafrika und Mosambik ermittelt und analysiert. Angereichert durch vorhandene Erkenntnisse und Erfahrungen zum Qualitätsmanagement in dualen Studiengängen in Deutschland wurden diese weiterentwickelt und in einem Qualitätsrahmen für duale Studiengänge gebündelt.

Der Fokus des Qualitätsrahmens liegt insbesondere auf der Theorie-Praxis-Verzahnung als zentrales Merkmal dualer Studiengänge und benennt vier übergeordnete Qualitätsdimensionen, die vom Qualitätsmanagement abgedeckt sein sollten, um ein möglichst gutes Lehren, Lernen und Management im dualen Studium zu erreichen:

1. Quality Dimension 1 – Study concept and learning objectives
2. Quality Dimension 2 – Admission and support of dual students
3. Quality Dimension 3 – Programme design and examination
4. Quality Dimension 4 – Management and quality control

Zudem dienen dazugehörige Checklisten als praktische Umsetzungshilfe für Personen, die in Hochschuleinrichtungen für die Planung, Durchführung und Weiterentwicklung dualer Studienangebote verantwortlich sind.
Weitere Informationen finden sich in der angegebenen Publikation sowie auf der LaTFURE-Webseite unter https://www.latfure.eu/

Sigrun Nickel

Leiterin Hochschulforschung

Tel.: +49 5241 9761-23
Fax: +49 5241 9761-40
E-Mail: Sigrun.Nickel@che.de

Assistenz:
Petra Bischof
Tel.: +49 5241 9761-42

Arbeitsschwerpunkte:
Forschungsprojekte zu Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung, Karrieren in der Wissenschaft sowie im Hochschulmanagement, Qualitätsentwicklung, Hochschulgovernance, Durchführung von Evaluationsverfahren, Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen im Bereich Hochschulmanagement

https://www.che.de/teams/sigrun-nickel