Landtag Saarland Landtag des Saarlandes in Saarbrücken Foto: planet_fox / Pixabay

Für die Enquêtekommission „Digitalisierung im Saarland“ nahm das CHE am 22. Februar im Landtag des Saarlandes in Saarbrücken Stellung. Im Fokus standen Digitalisierungsaspekte in Hochschule und Lehrerbildung. In beiden Bereichen sieht das CHE Centrum für Hochschulentwicklung noch Entwicklungsbedarf und empfiehlt, stärker auf Kooperationen zu setzen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben im vergangenen Jahr an deutschen Hochschulen zu einer ad-hoc-Umstellung auf reine Online-Lehre geführt. Dadurch konnte ein Großteil der Studierenden digital weiter an Lehrangeboten teilnehmen.

Nun gelte es aber, laut Einschätzung der CHE Expert*innen, aus dem Notbetrieb heraus einen strategisch orientierten und dauerhaft tragbaren Ansatz zu entwickeln, der sowohl analoge als auch digitale Lehr- und Lernelemente beinhaltet. Hierfür bedürfe es u.a. finanzieller Unterstützung der Landespolitik, um Supportstrukturen, Lizenzen oder den Aufbau von Medienzentren am Campus dauerhaft sicherzustellen.

Optimierungsbedarf sieht Julius-David Friedrich auch im Bereich der Online-Prüfungen. „Im Gegensatz zu anderen Bundesländern gibt es im Saarland keine landesweite Verordnung zu digitalen Prüfungen an Hochschulen. Hier regelt jede einzelne Hochschule das Prüfungsverfahren selbst, inklusive aller offenen Fragen beim Thema der Rechtssicherheit“, so der Projektleiter Hochschulforum Digitalisierung beim CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Generell, so Friedrich, seien Kooperation bzw. Synergien ein zentraler Schlüssel für eine gelingende Digitalisierung im Hochschulbereich. Erste Grundsteine der Kooperation seien im Saarland durch ein gemeinsames Campus Management System aller Hochschulen bereits gelegt und könnten nun gezielt ausgebaut werden. „Hier bietet sich in einem vergleichsweise kleinen Bundesland wie dem Saarland die Chance, beim Thema Digitalisierung im Hochschulbereich voneinander und miteinander zu lernen, um den Hochschulstandort für Studierende mittel- und langfristig attraktiver zu machen“, so Friedrich.

Auch im Bereich der Lehrerbildung an Hochschulen empfiehlt das CHE in seiner Stellungnahme stärker auf Kooperationen, etwa im Bereich der Weiterbildung, zu setzen. Dies betrifft hier vor allem die Universität des Saarlandes in Saarbrücken, bei der im Wintersemester 2019/20 rund 1.500 Studierende in grundständigen Lehramtsstudiengängen eingeschrieben waren.

„Um digitalisierungsbezogene Kompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern auf- und auszubauen, bedarf es kompetenter Lehrkräfte“, erläutert Bianca Brinkmann. „Auch wenn sich im Saarland zur Deckung kurzfristiger Bedarfe an den Schulen derzeit vieles auf die Lehrkräftefortbildung konzentriert, darf nicht aus dem Blick geraten, dass Maßnahmen in allen drei Phasen der Lehrerbildung notwendig sind, um nachhaltige Effekte zu erzielen“, so die Projektleiterin beim Monitor Lehrerbildung, an dem auch das CHE beteiligt ist.

Die Universität des Saarlandes sollte deshalb, so die CHE-Empfehlung, mit mehr Kooperationen zwischen dem Zentrum für Lehrerbildung und in der Region ansässigen Forschungs- und Weiterbildungsinstituten wie dem Forschungsinstitut digitale Bildung die Digitalisierung in der Lehrerbildung vorantreiben und die Lehrerbildung außerdem stärker als Treiber und Gestalter der Digitalisierung und digitaler Bildungsprozesse verstehen.

 

Das „Hochschulforum Digitalisierung“, eine gemeinsame Initiative des CHE Centrum für Hochschulentwicklung, der Hochschulrektorenkonferenz und des Stifterverbandes, wird seit 2014 vom BMBF gefördert mit dem Ziel, den Diskurs zur Hochschulbildung im digitalen Zeitalter zu orchestrieren. Als zentraler Impulsgeber informiert, berät und vernetzt das Hochschulforum Digitalisierung Akteure aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Der „Monitor Lehrerbildung“ wird mit den Partnern Bertelsmann Stiftung, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutsche Telekom Stiftung, Robert Bosch Stiftung und Stifterverband realisiert. Das Projekt besteht seit 2011 und verfolgt das Ziel, Transparenz über die Strukturen und Inhalte der Lehrerbildung in Deutschland herzustellen und faktenbasierte Entscheidungen zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung zu ermöglichen.

 

Julius-David Friedrich

Senior Projektmanager

Tel.: +49 5241 9761-21
Fax: +49 5241 9761-40
E-Mail: Julius-David.Friedrich@CHE.de

Arbeitsschwerpunkte:
CHE Projektleitung Hochschulforum Digitalisierung 2020, Hochschulbildung in einer digital geprägten Lernwelten, Strategien für das digitale Zeitalter, Studierenperspektive auf den digitalen Wandel

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