Neue soziale Praktiken oder Konzepte, die zu einem Wandel in der Gesellschaft führen, bezeichnet man als Soziale Innovationen. Hierzu gehört etwa die Ausweitung von Homeoffice während der Corona-Pandemie. Eine Publikation des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt jetzt konkrete Beispiele Sozialer Innovationen, die am Campus entstanden sind.

Die Entstehung Sozialer Innovationen aus Hochschulen heraus ist bisher wenig erforscht. Im Rahmen des 2019 gestarteten Projektes WISIH untersuchen Forscher*innen des CHE den Prozess von der Ideengenerierung bis zur Innovation. Hierbei liegt der Fokus auf dem Bereich der Pflegewissenschaft sowie der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie.

In einer aktuellen Publikation zeigt das WISIH-Team nun konkrete Beispiele Sozialer Innovationen, die an deutschen Hochschulen entstanden sind. Wissenschaftler*innen, die den Prozess an ihrer Hochschule initiiert und begleitet haben, geben dabei Einblicke in den Entstehungsprozess und die Rahmenbedingungen.

Die Beispiele, die im Rahmen eines Werkstatt-Berichtes im April 2021 bereits online präsentiert wurden, liegen jetzt in Form einer Broschüre aufbereitet vor.

Diese informiert z.B. von der Technischen Hochschule Köln, wo das Thema als Leitmotiv bzw. Teil der Hochschulstrategie fest im Campusalltag verankert ist, bis zu Verbundprojekten wie „s_inn“, dass – initiiert von der Katholischen Hochschule NRW und der Evangelischen Hochschule RWL – Transfervorhaben mit gesellschaftlichem Fokus an fünf Standorten in Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Weitere konkrete Projekte sind etwa die Entwicklung von „sozialen Robotern“ im Bereich der Altenpflege an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden, der Science Shop der Universität Vechta, das Thema generationenübergreifende Solidarität im ländlichen Raum (Hochschule Neubrandenburg) oder IT-Lösungen zur Unterstützung pflegender Angehöriger (Hochschule Osnabrück).

„Der Weg, den Soziale Innovationen nehmen, bis sie als solche in der Gesellschaft sichtbar werden, gleicht bisher einer Fahrt ohne Navigationssystem“, erläutert Isabel Roessler. „Wir möchten Werkzeuge entwickeln, mit welchem der Weg Sozialer Innovationen vom Campus für Forschende planbarer und nachvollziehbar wird“, so die Projektleiterin WISIH beim CHE. Die Broschüre sei ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Anhand der aufgezeigten Beispiele ziehen die Autorinnen auch Schlussfolgerungen zu Hemmnissen und Gelingensfaktoren im Entstehungsprozess Sozialer Innovationen. Hierzu gehört etwa die Einbindung von Studierenden, die Etablierung neuer Förderlinien zur Finanzierung sowie die Sensibilisierung für Kommunikationsprobleme beim interdisziplinären Arbeiten.

 

Über die Publikation

Die Publikation ist Teil des CHE Projektes „WISIH: Wege und Indikatoren Sozialer Innovationen aus Hochschulen im Bereich der Pflegewissenschaft und der Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie“. Weitere Teilergebnisse des Projektes, u.a. ein Modell zur Entstehung Sozialer Innovationen am Campus sowie internationale Good-Practice Beispiele zum Thema  stehen auf der Homepage des CHE als Download zur Verfügung. Das Projekt wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 16IFI112 gefördert. Redakteurinnen der Publikation „Soziale Innovationen aus Hochschulen – Aktivitäten und Handlungsbedarfe“ sind Bianca Brinkmann, Isabel Roessler und Saskia Ulrich. 

 

Isabel Roessler

Senior Projektmanagerin

Tel.: +49 5241 9761-43
Fax: +49 5241 9761-40
E-Mail: Isabel.Roessler@che.de

Assistenz:
Anita Schmitz
Tel.: +49 5241 9761-41

Arbeitsschwerpunkte:
Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Third Mission an Hochschulen, Transfer, Hochschulentwicklung

https://www.che.de/teams/isabel-roessler