Das Sommersemester 2020 an deutschen Hochschulen stand ganz im Zeichen der Corona-Pandemie | Foto: Pixabay

Das Hochschulforum Digitalisierung hat erste Ergebnisse der Begleitforschung zum Sommersemester 2020 zusammengefasst. Dabei zeigt sich: Im Digitalsemester haben viele Hochschulen schnell reagiert und investiert, oft mangelt es aber an nachhaltigen Strategien für digital gestützte Lehre.

Die Corona-Pandemie hat seit März aus Hochschulen einen Experimentierraum für Online-Lehre gemacht. Die gesamte Lehre musste unter Hochdruck umgestellt werden. Diese Ausnahmesituation wird seither von verschiedenen Seiten intensiv erforscht.

Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) hat die Forschungsergebnisse in der Veröffentlichung “Kurz & kompakt – Das digitale Sommersemester 2020: Was sagt die Forschung?” gebündelt und daraus Handlungsempfehlungen entwickelt. Die Erkenntnisse und Empfehlungen beziehen sich auf die Bereiche technische Ausstattung, Strategien im digitalen Zeitalter, Kommunikation & Austausch, Didaktik, Prüfen sowie Digitale Kompetenzen. Für die Sammlung wurden gemeinsam von Mitarbeitern des Hochschulforums Digitalisierung sowie  vom VDI/VDE Innovation + Technik GmbH verschiedene Primärstudien analysiert und überblicksartig zusammengefasst.

Insbesondere ein Missstand scheint während des Sommersemesters zu Tage getreten zu sein: Nur an wenigen Hochschulen war vor der Corona-Pandemie eine Digitalisierungsstrategie vorhanden. Zwar wurde die akute Krisenbewältigung häufig positiv bewertet, eine nachhaltige Strategie und Verankerung bleibt jedoch offen. Es gilt nun die Ad-hoc-Maßnahmen zu konsolidieren und dauerhafte Supportstrukturen aufzubauen.

Im Bereich der technischen Ausstattung an deutschen Hochschulen wurde festgestellt, dass das notwendige Equipment grundsätzlich vorhanden ist, es jedoch personelle Engpässe bei der Betreuung der Technik gab. Hochschulen waren bereit, schnell zu investieren und ein Großteil der Studierenden konnte an digitaler Lehre teilnehmen. “Der Zugang zu neuen technischen Lösungen, die sich bewährt haben, muss dennoch gewährleistet werden, um Chancengerechtigkeit sicherzustellen”, betont Philipp Neubert, Projektmanager im Hochschulforum Digitalisierung beim CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Im Bereich Didaktik und digitale Kompetenzen gibt es ebenfalls noch Luft nach oben. Die didaktische Vielfalt war insgesamt gering. Zudem scheint es einen großen Bedarf bei Lehrenden zu geben, digitale Kompetenzen (weiter) zu entwickeln. “Aber auch bei Studierenden sollten digitale Kompetenzen nicht per se vorausgesetzt werden. Auch hier müssen Begleitung und Qualifizierung verstärkt in den Blick genommen werden”, fasst Julius-David Friedrich, Projektleiter beim HFD für das CHE Centrum für Hochschulentwicklung zusammen.

Das Hochschulforum Digitalisierung (HFD) orchestriert den Diskurs zur Hochschulbildung im digitalen Zeitalter. Als zentraler Impulsgeber informiert, berät und vernetzt es Akteure aus Hochschulen, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das HFD wurde 2014 gegründet. Es ist eine gemeinsame Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Gefördert wird es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Weitere Informationen unter www.hochschulforumdigitalisierung.de

Philipp Neubert

Projektmanager Hochschulforum Digitalisierung

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