Stellungnahme des CHE für den NRW-Landtag in Düsseldorf Foto: Pierre Jung / Pixabay

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben auch soziale Folgen für die Studierenden. Im Wissenschaftsausschuss des Landtages Nordrhein-Westfalen nahm das CHE Stellung zu konkreten Corona-Hilfsangeboten. Neben der Forderung nach einem krisentauglichen System staatlicher Studienfinanzierung plädierte das CHE dafür, die aktuelle Situation zur Bestandsaufnahme zu nutzen.

Die SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag ist der Auffassung, dass die sozialen Folgen der Corona-Pandemie für Studierende politisch bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurden. In ihrem Appell an die Landesregierung (Drs. 17/13402) fordert sie deshalb einen Katalog an flächendeckenden Hilfsmaßnahmen, zu denen das CHE Centrum für Hochschulentwicklung am 23. Juni 2021 im Wissenschaftsausschuss des NRW-Landtages Stellung nahm.

Beim zentralen Punkt der Studienfinanzierung während der Pandemie spricht sich das CHE gegen Alleingänge des Bundeslandes, etwa eine spezielle Abfederung des KfW-Studienkredits für NRW-Studierende, aus. Vielmehr gelte es, auf Bundesebene eine längst überfällige Reform der Studienfinanzierung anzustoßen. „Die bisherigen Ansätze der staatlichen Studienfinanzierung haben sich in der Corona-Pandemie als nicht ausreichend flexibel und reaktionsfähig erwiesen“, bilanziert Ulrich Müller, Leiter politische Analysen beim CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Der Experte für Studienfinanzierung plädiert für ein zukunftsfähiges System, das in einer „Bundesstudienförderung“ bislang unverbundene Elemente koordiniert. „In einem ersten Schritt sollten deshalb nach der Bundestagswahl 2021 wenigstens Zahlungsströme, Abwicklung und Rückzahlung von BAföG, KFW-Studienkredit und Bildungskredit zusammengeführt werden”, so Müller.

Neben dem Ausbau digitaler Austausch-, Lehr-, Lern- und Prüfungsmöglichkeiten unterstützt das CHE ausdrücklich den Wunsch nach Ausbau und Finanzierung von Beratungsstrukturen für Studierende. „Angesichts der Rahmenbedingungen, unter denen junge Menschen heute ein Studium aufnehmen, ist die Bedeutung von Beratung kaum zu überschätzen“, meint Ulrich Müller.

Sowohl eine immer heterogener werdende Studierendenschaft als auch die zunehmende Angebotsvielfalt und -komplexität führe zu einem Bedürfnis nach Transparenz, Orientierung und Beratung. Das CHE sieht hier das Land in der Pflicht, darauf hinzuwirken, dass die entscheidenden Akteure der Beratung gut vernetzt miteinander in komplementärer Arbeitsteilung agieren können. Hierbei plädieren die CHE Expert*innen ausdrücklich dafür, Transparenz und Orientierung über alle Bildungswege nachschulischer Bildung zu schaffen, die sowohl die akademischen als auch die beruflichen Bildungsangebote mit einschließt.

Grundsätzlich hätten, so das CHE in seiner Stellungnahme, die deutschen Hochschulen gut auf die speziellen Herausforderungen der Corona-Pandemie reagiert. Die positiven Erfahrungen des Krisenmanagements und der Ausnahmesituation gelte es nun strategisch zu nutzen: „Die Corona-Krise lädt zu einer Bestandsaufnahme geradezu ein. Nimmt sich eine Hochschule dieser Herausforderung an, ist sie besser gerüstet für künftige Krisensituationen und für den hoffentlich bald wiederkommenden, neuen Normalbetrieb“, so Ulrich Müller.

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Stellungnahme des CHE zum Appell an die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zu sozialen Auswirkungen von Corona auf Studierende 22. Juni 2021 892.55 KB 16169 downloads

Müller, Ulrich; Brinkmann, Bianca; Budde, Jannica; Hegewaldt, Ellen; Hüsch, Marc;...

Ulrich Müller

Leiter politische Analysen

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Assistenz:
Tanja Ologe
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Arbeitsschwerpunkte:
Hochschulräte, Individuelle Studienfinanzierung / Studienkredite, Studienbeiträge, Student Services / Studentenwerke, Landeshochschulgesetze, Reformmonitoring, staatliche Steuerung

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