Wissenschaftliche Weiterbildung als Teil des lebenslangen Lernens ist wichtig für die Fachkräftequalifizierung in Deutschland. Darauf hat jüngst der Wissenschaftsrat hingewiesen und zugleich deutlich gemacht, dass hier noch viel Entwicklungsbedarf besteht. Umso bedeutsamer sind Initiativen wie „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“. Im Rahmen dieses Bund-Länder-Förderprogramms arbeiten derzeit rund 60 deutsche Universitäten und Fachhochschulen konkret am Aufbau berufsbegleitender Studiengänge und Kurse. Die hohe Produktivität der Förderprojekte weist eine aktuelle Untersuchung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung nach.

347 wissenschaftliche Weiterbildungsangebote wurden demnach in den zurückliegenden vier Jahren von 46 Förderprojekten des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ konzipiert und erprobt. 85 davon sind bereits implementiert und gehören nun zum regulären Weiterbildungsangebot der beteiligten Universitäten und Fachhochschulen. Dabei geht der Trend in Richtung kürzerer Formate wie Zertifikatskurse und –programme, die spezifisch auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten sind.

Zu den Hauptzielgruppen zählen vor allem Berufstätige, die sich parallel zum Job weiterqualifizieren möchten, aber auch Personen mit familiären Verpflichtungen und Berufsrückkehrer(innen) sind häufig anzutreffen. In den Weiterbildungsangeboten wird dem Bedarf nach zeitlicher und räumlich Flexibilität u.a. durch den verstärkten Einsatz digitaler Lehr-/Lernformen Rechnung getragen. Zudem besteht vielfach die Möglichkeit für die Teilnehmer(innen), sich beruflich erworbenen Kompetenzen auf die wissenschaftliche Weiterbildungsmaßnahme an-rechnen zu lassen. Allerdings wird davon nur sehr zögerlich Gebrauch gemacht.

Das CHE analysiert in regelmäßigen Abständen die Entwicklungen innerhalb des Bund-Länder-Wettbewerbs. Im Mittelpunkt der aktuellen Untersuchung stehen die Resultate und Veränderungen im Zeitverlauf von 2016 bis 2018. Vertieft betrachtet werden u.a. die Heterogenität der Zielgruppen sowie deren unterschiedlicher Bedarf und Nachfrage, Anforderungen an Lehrende zwischen Theorie und Praxis sowie der Frage, wie nachhaltig die erzielten Arbeitsergebnisse in den Hochschulen mittlerweile verankert sind. Zur Sprache kommen darüber hinaus auch interne und externe Herausforderungen, denen die Projekte im Arbeitsalltag begegnen. Bei den internen Problemfeldern stehen Personalengpässe/-wechsel sowie die nachhaltigen Verankerung der (Studien-)Angebote innerhalb der Einrichtung im Vordergrund. Bei den externen Rahmenbedingungen spielen die Vollkostenrechnung in der wissenschaftlichen Weiterbildung, unkonkret rechtliche Rahmenbedingungen und die Anrechnung auf das Lehrdeputat aus der Sicht der Projekte eine entscheidende Rolle.

Das CHE ist einer von vier Partnern der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beauftragten wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“. Die Federführung dieses Verbundes hat die FernUniversität Hagen. Weitere Mitglieder sind die Universität Oldenburg und die TU Dortmund. Das CHE erhebt im Rahmen ihrer „Projektfortschrittanalysen“ empirische Daten, um Entwicklungen innerhalb des Förderprogramms sichtbar und Erkenntnisse auch für eine breitere Öffentlichkeit nutzbar zu machen.

Die Studie kann von der Webseite der wissenschaftlichen Begleitung des Bund-Länder-Programms heruntergeladen werden.
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Sigrun Nickel

Leiterin Hochschulforschung

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Assistenz:
Petra Bischof
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Arbeitsschwerpunkte:
Forschungsprojekte zu Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung, Karrieren in der Wissenschaft sowie im Hochschulmanagement, Qualitätsentwicklung, Hochschulgovernance, Durchführung von Evaluationsverfahren, Duchführung von Fortbildungsveranstaltungen im Bereich Hochschulmanagement

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