In den aktuellen Debatten um Arbeitszeit und Erwerbsarbeit bleibt ein wichtiger Aspekt häufig im Hintergrund: Reproduktionsarbeit. Die unbezahlte Arbeit in Haushalt, Familie und Ehrenamt ist eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft und bleibt dennoch vielfach unsichtbar. Sie wird überwiegend von Frauen geleistet und hat Auswirkungen auf Erwerbsbeteiligung, Einkommen, Renten und gesellschaftliche Teilhabe. In modernen Industrienationen macht unbezahlte Arbeit Schätzungen zufolge einen erheblichen Teil der Wirtschaftsleistung aus.
Doch wie sichtbar ist unbezahlte Arbeit eigentlich in der öffentlichen Debatte? Und welchen Einfluss hat die mediale Aufmerksamkeit darauf, ob sie auch als politisches Problem wahrgenommen wird?
In ihrem Vortrag nimmt Elisabeth Wagner-Olfermann, Kommunikationswissenschaftlerin an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Medien, die Debatte aus öffentlichkeitstheoretischer Perspektive in den Blick. Grundlage ist eine quantitative Inhaltsanalyse der Berichterstattung über unbezahlte Arbeit in Qualitätszeitungen in Deutschland, Österreich und der Deutschschweiz zwischen 2020 und 2024. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Formen unbezahlter Arbeit medial sichtbar werden, welche Akteure die Debatte prägen und welche Deutungsmuster dabei vorherrschen. Gemeinsam diskutieren wir, welche Bedeutung die öffentliche Thematisierung oder Nicht-Thematisierung von Reproduktionsarbeit für den politischen und gesellschaftlichen Umgang mit dem Thema hat.
Das Webinar ist Teil der Reihe „CHEtalk feat. Familie in der Hochschule e.V.: Chancen durch Commitment“. In den 60-minütigen Online-Veranstaltungen bekommen die Teilnehmenden Einblicke aus der Praxis und relevanter Forschung. Nach den Inputreferaten beantworten die Referentinnen Fragen der Zuschauenden, welche diese in den Chat schreiben können.
Die Reihe ist eine gemeinsame Veranstaltung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung und Familie in der Hochschule e.V. Der Verein Familie in der Hochschule ist ein Zusammenschluss von derzeit 164 Mitgliedshochschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.
Referentin:
Elisabeth Wagner-Olfermann, Kommunikationswissenschaftlerin an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Medien, TU Ilmenau
Moderatorinnen:
- Sarah Wenz, Leiterin Geschäftsstelle Chancengleichheit, Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Vorstandsmitglied Familie in der Hochschule e.V.
- Melanie Rischke, Senior Projektmanagerin, CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Mitorganisierende:
- Nadine Heuchling, Referentin der Gleichstellungsbeauftragten, TU Ilmenau
- Alexandra Tegethoff, Assistentin der Geschäftsführung, CHE Centrum für Hochschulentwicklung
Anmeldeschluss 14. Juni 2027, 12:00 Uhr


