Nachhaltigkeit ist an Hochschulen längst nicht nur Umwelt- oder Klimaforschung. Die 17 sogenannten Sustainable Development Goals, kurz SDGs, der Vereinten Nationen berühren viele Bereiche von Gesundheit über Gleichstellung bis hin zu Innovation und Infrastruktur. Eine aktuelle CHE Analyse zeigt: Professor*innen aller untersuchten Studienfächer an deutschen Hochschulen leisten Beiträge zur Nachhaltigen Entwicklung, jedoch mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Alle Fächer leisten Beiträge – aber nicht zu denselben SDGs
Welche Beiträge leisten Professorinnen und Professoren der verschiedenen Fächer an deutschen Hochschulen im Rahmen von Forschung, Lehre und Transfer zu den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen? Dieser Frage geht der aktuelle DatenCHECK des CHE Centrum für Hochschulentwicklung nach. Die Auswertung zeigt: Die befragten Professor*innen berichten in allen untersuchten Fächern über Bezüge ihrer Tätigkeit zu nachhaltiger Entwicklung. Diese fallen jedoch je nach Disziplin sehr unterschiedlich aus.
So zeigen sich etwa besonders häufige Beiträge gesundheitsbezogener Fächer zu SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, ingenieurwissenschaftlicher Fächer zu SDG 9 „Industrie, Innovation und Infrastruktur“ oder geowissenschaftlich-planerischer Fächer zu SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“.
9.500 Professor*innen bewerten ihren Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen
„In allen Fächern übernehmen Professorinnen und Professoren Verantwortung im Kontext nachhaltiger Entwicklung“, bilanziert Nina Horstmann. „Dabei setzen sie in Lehre, Forschung und Transfer häufig Schwerpunkte auf Nachhaltigkeitsziele, die eine besondere fachliche Nähe zu den jeweiligen Disziplinen aufweisen“, sagt die Autorin des DatenCHECKs. So adressiert etwa das Fach Architektur in besonderem Maße Fragen nachhaltiger Städte und Gemeinden, das Fach Politikwissenschaft Themen im Bereich Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen, während die Geowissenschaften einen starken Fokus auf den Klimaschutz legen. Grundlage der Analyse sind Angaben von mehr als 9.500 Professor*innen aus 31 Fächern und Fächergruppen an deutschen Hochschulen. Die Befragung fand im Rahmen des CHE Hochschulrankings zwischen 2022 und 2025 statt.
Diskussionsgrundlage für Fachbereiche und Hochschulen
Die Ergebnisse zeigen keine Rangliste „nachhaltiger“ oder „weniger nachhaltiger“ Fächer. Vielmehr entsteht eine fachbezogene Landkarte unterschiedlicher Nachhaltigkeitsprofile. Einige SDGs sind über viele Fächer hinweg sichtbar, andere konzentrieren sich stärker auf einzelne disziplinäre Anker.
„Die Analyse bietet eine Diskussionsgrundlage für die einzelnen Fächer. Sie zeigt, welche nachhaltigkeitsbezogenen Schwerpunkte die Fächer setzen und wo sich neue Ansatzpunkte für Forschung, Lehre und Profilbildung ergeben können“, sagt Nina Horstmann. Globale nachhaltigkeitsbezogene Herausforderungen ließen sich nur interdisziplinär lösen, so Horstmann. Die Analyse mache fachübergreifende Anknüpfungspunkte im Bereich nachhaltiger Entwicklung sichtbar.
Über den DatenCHECK:
Die Ergebnisse basieren auf drei Erhebungswellen im Rahmen des CHE Hochschulrankings 2023, 2024 und 2025. Insgesamt wurden mehr als 9.500 Professor*innen an deutschen Universitäten, Hochschulen für angewandte Wissenschaften/Fachhochschulen und Dualen Hochschulen online befragt. Die Ergebnisse für insgesamt 31 Fächer und Fächergruppen zeigt den Beitrag des jeweiligen Faches zu den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Der interaktive DatenCHECK 6/2026: Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Transfer bietet interaktive Nachhaltigkeitsprofile für alle untersuchten Fächer. Die Autorin und der Autor des DatenCHECKs sind Nina Horstmann und Cort-Denis Hachmeister. Im April veröffentlichte das CHE bereits einen DatenCHECK zur strukturellen Verankerung von Nachhaltigkeit an deutschen Hochschulen.
DatenCHECK 6/2026: Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Transfer 2. Juni 2026 0.00 KB 12 downloads
Horstmann, Nina; Hachmeister, Cort-Denis: DatenCHECK 6/2026: Nachhaltigkeit in Lehre,...

