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Die Geschlechteranteile bei den Vizeposten an staatlichen deutschen Hochschulen nähern sich weiter an. Im Januar 2026 lag der Frauenanteil in den Präsidien und Rektoraten bei 44 Prozent. Die meisten von ihnen verantworten Ressorts aus den Bereichen Diversität, wissenschaftlicher Nachwuchs oder Internationales. Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Berlin haben überdurchschnittlich viele Vizepräsidentinnen und Prorektorinnen. Dies zeigt eine Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Höhere Frauenquote auf der Vize- als auf der Leitungsebene

Vizepräsident*innen und Prorektor*innen an deutschen Hochschulen sind wichtige Akteure in der Organisation und Leitung von Hochschulen. Ihre Ressorts sind je nach Hochschule unterschiedlich zugeschnitten und spiegeln Schwerpunkte und Profile der jeweiligen Hochschule wider. Für einen DatenCHECK des CHE Centrum für Hochschulentwicklung hat Isabel Roessler nun die Geschlechterverteilung und Ressortzuschnitte von 194 staatlichen Hochschulen ausgewertet.

Im Januar 2026 waren an den 194 staatlichen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) 262 Vizepräsidentinnen, Pro- oder Konrektorinnen im Amt. Der Frauenanteil auf dieser Führungsebene an staatlichen deutschen Hochschulen liegt damit bei 44 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber der letzten CHE Auswertung im Jahr 2023.

Berlin mit überdurchschnittlich weiblichen Leitungsteams

Die Frauenquote liegt bei den Vizeleitungen somit deutlich höher als bei den Hochschulleitungen, wo der Anteil nur 35 Prozent entspricht. Der höchste Anteil weiblicher Vizestellen im Ländervergleich findet sich an HAW in Berlin mit 89 Prozent. An den Universitäten weisen Bremen und Sachsen-Anhalt mit jeweils 67 Prozent die höchsten Anteile auf.

„Mit einem Frauenanteil von mittlerweile 44 Prozent auf der Vize-Ebene liegt der Wert deutlich über dem Frauenanteil von 30 Prozent an Professuren in Deutschland“, bilanziert Isabel Roessler. „Professorinnen übernehmen vergleichsweise häufig Leitungsverantwortung. Doch immer noch gilt: je höher die wissenschaftliche Qualifikationsstufe, desto weniger Frauen finden sich dort“, so die Autorin des DatenCHECKs.

Von Männern häufig geleitete Ressorts sind Digitalisierung, Weiterbildung und Forschung

Bei der Geschlechterverteilung der stellvertretenden Hochschulleitungen nach Ressort zeigt die Analyse des CHE klare Muster. Die höchsten Männerquoten finden sich bei beiden Hochschultypen in den Bereichen Digitalisierung, Weiterbildung und Forschung. Die höchsten Frauenquoten gibt es dagegen in den Bereichen Diversität, wissenschaftlicher Nachwuchs und Internationales.

Die CHE Auswertung zeigt auf Ebene der Ressorts zudem große Länderunterschiede bei den Bereichen Transfer und Digitalisierung. Transfer wird inzwischen an vielen Hochschulen in einem eigenen Ressort bearbeitet, allerdings gibt es auch hier immer wieder Verschiebungen, in dem nach einer Neubesetzung der Schwerpunkt wegfällt. Dabei ist die Verankerung des Themas in einem Ressort ein Indiz dafür, dass es für die Hochschule strategisch sehr bedeutsam ist. Häufige Ressortwechsel sind daher strategisch schwierig.

Über den DatenCHECK:

Isabel Roessler ist die Autorin des „DatenCHECK – Ressortzuschnitte der Vizepräsidien und Prorektorate an deutschen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften“. Berücksichtigt wurden die im Netz veröffentlichten Angaben zu den Präsidien und Rektoraten von 194 staatlichen Hochschulen in Deutschland (Stand Januar 2026). Mehr Daten zu Hochschulleitungen in Deutschland finden sich auch im jährlich aktualisierten DatenCHECK – Hochschulleitungen in Deutschland

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DatenCHECK 4/2026: Ressortzuschnitte der Vizepräsidien und Prorektorate an deutschen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften 22. April 2026 0.00 KB 10 downloads

Roessler, Isabel: DatenCHECK 4/2026: Ressortzuschnitte der Vizepräsidien und Prorektorate...

Isabel Roessler

Senior Projektmanagerin

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Assistenz:
Anita Schmitz
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Arbeitsschwerpunkte:
Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Third Mission an Hochschulen, Transfer, Hochschulentwicklung

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