Auch das Transferprofil der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin wurde untersucht (KHSB) Foto: KHSB/Uwe Steinert

Im Rahmen des vom BMFTR geförderten Forschungsprojektes nsh-inno untersuchte das CHE in Kooperation mit dem Fraunhofer ISI die Transfer-Beiträge von Hochschulen in privater und kirchlicher Trägerschaft. Zum Abschluss des Projektes veröffentlichen das CHE und das Fraunhofer ISI drei Fallstudien, die illustrieren, dass die Transfer-Aktivitäten und -Zielgruppen privater und kirchlicher Hochschulen sich je nach fachlichem und regionalem Kontext unterscheiden.

Die Bucerius Law School ist eine rein auf Rechtswissenschaften spezialisierte Universität in Hamburg. Trägerin der Hochschule ist die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, die sich als „Förderin und Teil einer liberalen, offenen Zivilgesellschaft“ versteht. Dieses Ziel wird von der Hochschule zum einen durch die Ausbildung von hoch qualifizierten Jurist*innen und zum anderen durch die Förderung von und das Engagement in gesellschaftlichen Debatten und Gesetzgebungsverfahren verfolgt.

Die breite Öffentlichkeit informiert die Hochschule über öffentliche Veranstaltungen, YouTube-Videos oder auch durch mediale Beiträge über gesellschaftspolitische und juristische Themen. Multiplikatoren wie z. B. Politik, Verbände oder Vertreter*innen von Professionen wie Soziale Arbeit, die mit Recht zu tun haben, werden mit Fachvorträgen/Fachartikeln, expliziten Stakeholder-Formaten wie Workshops, Hintergrundgesprächen und Weiterbildungsangeboten adressiert. Darüber hinaus wird von den Hochschulmitgliedern spezifische Expertise in konkrete Gesetzgebungs- oder Auslegungsprozesse eingebracht. Dies geschieht beispielsweise durch Artikel in Juristischen Fachzeitschriften, der Beteiligung an parlamentarischen Arbeitskreisen, durch Gesetzesvorschläge oder die Mitwirkung in Gesetzgebungsverfahren.

Die Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) fokussiert sich auf anwendungsorientierte Fragestellungen in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung. Transfer wird von der Hochschule nicht als nachgelagerte Verwertung von Wissen verstanden, sondern als wechselseitiger, partizipativer und gesellschaftlich verantworteter Austausch zwischen Hochschule, Praxis, Politik und Zivilgesellschaft.

Ihre wichtigsten Transferpartner sind kommunale Verwaltungen, Wohlfahrtsverbände, kirchliche und freie Träger, gemeinnützige Organisationen oder Berufs- und Fachverbände. Eine besondere Rolle spielen aber inzwischen auch Bürger*innen, Nachbarschaften und Nutzer*innen sozialer Dienstleistungen.

Die Transfermechanismen sind vielfältig. So werden partizipative Forschungsprojekte, Forschungskooperationen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren sowie ko-kreative Formate mit Praxispartnern durchgeführt. Wissen wird aber auch im Rahmen von Praxis- und Politikberatung, Fachtagungen, Fachkonsultationen, wissenschaftlicher Weiterbildung und dem Engagement von Lehrenden in Gremien und Verbänden vermittelt. Hinzu kommen Formen des Personaltransfers, etwa über Praktika, studentische Projekte, Abschlussarbeiten, Community Service und den dualen Studiengang.

Die Alanus Hochschule in Alfter bei Bonn ist die größte private Kunsthochschule Deutschlands, die aber zugleich auch gesellschaftswissenschaftliche Fachbereiche hat. Entsprechend nennt sie sich „Hochschule für Kunst und Gesellschaft“ und hat den Anspruch, künstlerische und wissenschaftliche Arbeit in gesellschaftliche Kontexte hineinzutragen und aktiv zu gesellschaftlichen Entwicklungs- und Transformationsprozessen beizutragen.

Das Transferprofil der Alanus Hochschule ist durch ein breites und heterogenes Spektrum an Transferpartnern gekennzeichnet. Im Fachbereich Wirtschaft kooperiert die Hochschule eng mit regionalen kleinen und mittleren Unternehmen, vor allem aus dem Nachhaltigkeits-, Bio- und anthroposophisch geprägten Umfeld. Ebenso wichtig sind jedoch Partner aus Bildung, Sozialwesen, Kultur und Zivilgesellschaft. In den künstlerischen, architektonischen und gesellschaftsbezogenen Fachbereichen spielen darüber hinaus Museen, Stiftungen, soziale Organisationen, Bürgerinitiativen und lokale Entwicklungsakteure eine wichtige Rolle.

Die Mechanismen des Wissenstransfers sind an der Alanus Hochschule besonders eng mit der Lehre verknüpft. Transfer erfolgt vor allem über studienintegrierte, projektförmige und praxisnahe Formate. Charakteristisch sind Lehrveranstaltungen, in denen Studierende gemeinsam mit externen Partnern an realen Problemstellungen arbeiten und konkrete Lösungen, Konzepte oder Gestaltungen entwickeln.

„Die drei Fallstudien zeigen, dass die Gruppe der nicht-staatlichen Hochschulen durch eine große Heterogenität gekennzeichnet ist und es nicht die typische private oder kirchliche Hochschule gibt“, erläutert Isabel Roessler, Projektverantwortliche seitens des CHE. „Unter den rund 150 Einrichtungen reicht das Spektrum von sehr kleinen, regional orientierten und fachlich spezialisierten Hochschulen bis hin zu großen Hochschulverbünden mit einer zweistelligen Anzahl von Standorten. Viele Standorte finden sich in größeren Städten und Ballungsgebieten, andere sind bewusst an eher kleineren bis sehr kleinen Orten gegründet worden“ so Roessler weiter.

Das Team des Projektes nsh-inno: nicht-staatliche Hochschulen im Innovationssystem-Kontext hat von 2023 bis 2026 untersucht, welche Transferaktivitäten private und kirchliche Hochschulen unterhalten. Hinter dem BMFTR-geförderten Projekt stehen das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und das CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Eine ausführliche Broschüre fasst die über die Projektlaufzeit von drei Jahren gesammelten Erkenntnisse zum Transfer nicht-staatlicher Hochschulen zusammen.

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Nicht-staatliche Hochschulen im Innovationssystem-Kontext 31.31 MB 11 downloads

Berghäuser, Hendrik; Kroll, Henning; Krauter, Tabea; Roessler, Isabel; Hachmeister,...
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Nicht-staatliche Hochschulen im Innovationssystem - Good-Practice-Fallstudie zum Wissenstransfer: Bucerius Law School 440.02 KB 8 downloads

Hachmeister, Cort-Denis; Rischke, Melanie; Roessler, Isabel; Berghäuser, Hendrik;...
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Nicht-staatliche Hochschulen im Innovationssystem - Good-Practice-Fallstudie zum Wissenstransfer: Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin (KHSB) 433.42 KB 18 downloads

Berghäuser, Hendrik; Hachmeister, Cort-Denis; Rischke, Melanie; Roessler, Isabel;...
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Nicht-staatliche Hochschulen im Innovationssystem - Good-Practice-Fallstudie zum Wissenstransfer: Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft 393.35 KB 12 downloads

Berghäuser, Hendrik; Hachmeister, Cort-Denis; Rischke, Melanie; Roessler, Isabel;...

Isabel Roessler

Senior Projektmanagerin

Tel.: +49 5241 9761-43
Fax: +49 5241 9761-40
E-Mail: Isabel.Roessler@che.de

Assistenz:
Anita Schmitz
Tel.: +49 5241 9761-41

Arbeitsschwerpunkte:
Fachhochschulen / Hochschulen für angewandte Wissenschaften, Third Mission an Hochschulen, Transfer, Hochschulentwicklung

https://www.che.de/teams/isabel-roessler