Bild: Adobe StockKunst- und Musikhochschulen sind die internationalste Hochschulart Deutschlands. Das zeigt sich sowohl bei den Studierenden als auch bei den Lehrenden. Frauen haben hier überdurchschnittlich häufig eine Professur. Auch das Betreuungsverhältnis der Studierenden unterscheidet sich deutlich von anderen Hochschulen. Das zeigt ein neuer DatenCHECK des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.
Hohe internationale Quoten bei Studierenden und Personal
Aktuell studieren rund 38.000 Studierende an einer der – je nach Zählung – zwischen 50 und 60 Kunst- und Musikhochschulen in Deutschland. Die amtliche Hochschulstatistik zählt 52 eigenständige Kunst- und Musikhochschulen und fasst dabei verschiedene künstlerische Hochschulen zusammen, also sowohl Hochschulen für bildende und darstellende Künste als auch Musikhochschulen. Weitere Kunsthochschulen sind in Universitäten mit integriert.
Im Studienjahr 2025/26 hatten 54 Prozent der Erstsemester an deutschen Kunsthochschulen keine deutsche Staatsangehörigkeit. Damit lag ihr Anteil laut Daten des Statistischen Bundesamtes doppelt so hoch wie der Durchschnitt aller deutschen Hochschulen (27 Prozent).
Auch in der Gesamtheit aller eingeschriebenen Studierenden ist der Unterschied zwischen den Hochschultypen groß: Bundesweit besitzen 18 Prozent der Studierenden keinen deutschen Pass, an Kunsthochschulen sind es 34 Prozent. Besonders häufig haben die ausländischen Studierenden an Kunsthochschulen eine chinesische (17,7 Prozent) oder südkoreanische Staatsangehörigkeit (15,8 Prozent).
Die internationale Prägung zeigt sich auch beim Personal. Rund ein Viertel (24,5 Prozent) der wissenschaftlich-künstlerischen Beschäftigten besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit. Im Hochschuldurchschnitt liegt dieser Anteil bei 16 Prozent.
Überdurchschnittlich viele Frauen an Kunsthochschulen
An künstlerischen Hochschulen studieren außerdem mehr Studentinnen als Studenten. Im Wintersemester 2025/26 lag ihr Anteil bei 59 Prozent. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt aller deutschen Hochschulen (51 Prozent).
Auch unter den Lehrenden sind Frauen überdurchschnittlich häufig vertreten. Im Jahr 2024 hatten sie 37,8 Prozent der Professuren an Kunsthochschulen inne. Über alle Hochschultypen hinweg lag der Anteil bei 29,7 Prozent. Nur Pädagogische Hochschulen erreichten mit 48,1 Prozent einen noch höheren Wert.
Deutlich weniger Studierende pro Professur als an anderen Hochschulen
Kunsthochschulen in Deutschland bieten ihren Studierenden eine intensive personelle Betreuung. Auf eine Professur kommen dort durchschnittlich nur 15,3 Studierende. An Universitäten sind es 62,2 und an Hochschulen für angewandte Wissenschaften, kurz HAW, 50 Studierende. Über alle Hochschularten hinweg liegt der Wert bei 55 Studierenden pro Professur.
Die hohe Betreuungsdichte passt zum besonderen Ausbildungsprofil der Kunsthochschulen. Denn künstlerische Studiengänge setzen häufig auf Einzelunterricht und die individuelle Förderung von Fähigkeiten und Talenten.
Typisch für Kunsthochschulen sind daher auch die besonderen Zulassungsverfahren bei der Bewerbung um einen Studienplatz, denn an einer Kunsthochschule zählt vor allem die künstlerische Eignung. Wer sich bewirbt, muss sein Können beispielsweise bei einem Vorspiel oder mit einer Arbeitsmappe nachweisen.
Über den DatenCHECK
Autor*innen des DatenCHECKs „Kunsthochschulen in Deutschland: Ihre Besonderheiten auf einen Blick“ sind Cort-Denis Hachmeister und Luisa Weiser. Die Analyse untersucht die Studierenden, Zulassungsverfahren, Personalstruktur, Betreuungsrelationen und Drittmittelfinanzierung an deutschen Kunst- und Musikhochschulen. Für die statistischen Vergleiche berücksichtigt das CHE die 52 Kunsthochschulen, die das Statistische Bundesamt im Wintersemester 2025/26 als eigenständige Einrichtungen dieser Hochschulart führt. Weitere Daten stammen vom Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz.

