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Deutsch und Englisch prägen die Sprachanforderungen auf dem akademischen Arbeitsmarkt, weitere Fremdsprachen spielen dagegen nur eine geringe Rolle. Das zeigt eine Auswertung des CHE auf Basis des Jobmonitors der Bertelsmann Stiftung. Für internationale Studierende sind neben englischsprachigen Studienangeboten deshalb auch gute Deutschangebote wichtig. Ein interaktiver DatenCHECK zeigt zudem, welche Sprachkenntnisse je nach Studienfach, Beruf und Region besonders häufig gefragt sind.

Für die Analyse hat das CHE Stellenanzeigen aus dem Jobmonitor der Bertelsmann Stiftung ausgewertet. Der Jobmonitor erfasst Online-Stellenanzeigen in Deutschland und wertet unter anderem nachgefragte Qualifikationen und Kompetenzen aus. Betrachtet wurden Stellen, die sich ausdrücklich an Bewerber*innen mit Bachelor- oder Masterabschluss beziehungsweise Promotion richten. Allein für 2025 umfasst die Auswertung rund 1,6 Millionen Stellenanzeigen.

Besonders häufig erwarten Arbeitgeber Deutsch- und Englischkenntnisse

Sprachkenntnisse gehören für Hochschulabsolvent*innen in vielen Berufsfeldern zum Anforderungsprofil. Mit 47,5 Prozent werden sie in jeder zweiten untersuchten Stellenanzeige ausdrücklich gefordert. Dabei dominieren zwei Sprachen: Deutsch und Englisch. 2025 wurden Deutschkenntnisse in 39,9 Prozent und Englischkenntnisse in gut einem Drittel (35,7 Prozent) der Stellenanzeigen genannt. Besonders häufig erwarten Arbeitgeber beide Sprachen gemeinsam (28,1 Prozent).

Damit unterscheiden sich akademisch geprägte Tätigkeiten deutlich von Stellen für beruflich Qualifizierte. Vor allem Englisch wird dort erheblich seltener ausdrücklich verlangt.

Weitere Fremdsprachen bleiben meist Zusatzqualifikation

Neben Englisch spielen andere Fremdsprachen auf dem akademischen Arbeitsmarkt insgesamt nur eine sehr geringe Rolle. Der Anteil der Stellenanzeigen, die weitere Sprachkenntnisse benennen, liegt bei unter einem Prozent. Am häufigsten sind noch Französisch und Spanisch.

Das bedeutet jedoch nicht, dass weitere Sprachkenntnisse grundsätzlich ohne Nutzen auf dem akademischen Arbeitsmarkt sind. „In einzelnen Berufen oder Regionen können sie durchaus einen Vorteil bieten. So werden etwa Sprachen der Nachbarländer in Grenzregionen häufiger in Stellenbeschreibungen gewünscht“, erläutert Nicolas Reum. „Für den akademischen Arbeitsmarkt insgesamt sind weitere Fremdsprachen aber eher eine Zusatzqualifikation und keine breit erwartete Voraussetzung“, so der Studienautor.

Internationalisierung braucht Englisch – und Deutsch

Englischsprachige Studienangebote sind mittlerweile ein wichtiger Baustein der Internationalisierung deutscher Hochschulen. Sie erleichtern internationalen Studieninteressierten den Zugang und sind besonders im Masterbereich verbreitet. Für den Übergang vom Studium in den deutschen Arbeitsmarkt reicht Englisch allein jedoch offenbar in vielen Fällen nicht aus. Rein englischsprachige Stellenanzeigen sind unter den untersuchten Anzeigen aus dem vergangenen Jahr eine seltene Ausnahme.

„Mit englischsprachigen Studiengängen gewinnen wir internationale Studierende – mit guten begleitenden Deutschangeboten erhöhen wir ihre Chancen, anschließend als Fachkräfte in Deutschland zu bleiben. Beides gehört zu einer erfolgreichen Internationalisierungsstrategie“, so Nicolas Reum.

Für Hochschulen bedeute das, Deutschförderung nicht erst beim Übergang in den Beruf anzusetzen, rät der Senior Projektmanager beim CHE. Studienbegleitende und möglichst fach- oder berufsbezogene Angebote könnten internationalen Studierenden helfen, die benötigten Kompetenzen bereits während des Studiums aufzubauen.

DatenCHECK zeigt Unterschiede zwischen Fächern, Berufen und Regionen

Wie häufig Arbeitgeber Englisch- oder Deutschkenntnisse verlangen, unterscheidet sich erheblich nach Beruf und Studienfach. In Stellen im Bereich Softwareentwicklung, Informatik, Marketing oder Einkauf und Vertrieb wird Englisch beispielsweise deutlich häufiger genannt als in sozialen oder medizinischen Berufen. Auch zwischen Studienfächern gibt es große Unterschiede. Bei Stellen für Absolvent*innen des Maschinenbaus wird Englisch deutlich häufiger gefordert als etwa bei Stellen mit Bezug zum Bauingenieurwesen.

Hinzu kommen regionale Unterschiede. Bei Englisch zeigt sich unter anderem ein Nord-Süd-Gefälle; in Teilen Ostdeutschlands wird die Sprache seltener in Stellenanzeigen genannt als in vielen west- und süddeutschen Regionen.

Der interaktive DatenCHECK „Sprachkenntnisse in Jobprofilen“ macht diese Unterschiede im Detail sichtbar. Studierende und Studieninteressierte können dort beispielsweise prüfen, wie häufig Deutsch, Englisch oder weitere Sprachen in Stellen für Absolvent*innen ihres Studienfachs genannt werden. Auch für Hochschulen bietet der DatenCHECK Orientierung: Sie können nachvollziehen, welche sprachlichen Anforderungen in einzelnen Berufsfeldern und Regionen bestehen und daraus Hinweise für Sprach- und Beratungsangebote ableiten.

 

Über die Auswertung

Grundlage von CHECK und DatenCHECK sind Daten des von der Bertelsmann Stiftung entwickelten Jobmonitors. Für die CHE-Analyse wurden Stellenanzeigen aus den Jahren 2019 bis 2025 betrachtet, in denen ausdrücklich ein Hochschulabschluss vorausgesetzt wird. Erfasst werden explizit genannte Sprachanforderungen. Aussagen zum geforderten Sprachniveau oder zu lediglich implizit vorausgesetzten Kenntnissen sind nicht möglich. Ergänzend wurden für einzelne Vergleiche Daten des CHE Hochschulrankings herangezogen. Autor von CHECK und DatenCHECK ist Dr. Nicolas Reum, Senior Projektmanager beim CHE. Das Projekt ‘Analyse von Online-Stellenanzeigen für die Hochschulentwicklung’ wurde von der Bertelsmann Stiftung im Rahmen des Projektes Jobmonitor gefördert.

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Nicolas Reum

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