Seit Beginn der 2020er-Jahre wurde das ungarische Hochschulsystem tiefgreifend umgebaut. Viele Universitäten wurden in öffentlich-rechtliche Stiftungsstrukturen überführt; zugleich veränderten sich staatliche Steuerung, institutionelle Governance und finanzielle Rahmenbedingungen. Welche Folgen hatte diese Reorganisation für die ungarischen Hochschulen und ihre internationalen Kooperationen?
Im Mittelpunkt des Webinars steht die Frage, wie sich wissenschaftspolitische Maßnahmen der vergangenen 16 Jahre auf Wissenschaftsfreiheit, institutionelle Unabhängigkeit und internationale Einbindung der ungarischen Hochschulen ausgewirkt haben und welche Resilienzstrategien hier entwickelt wurden. Diskutiert wird außerdem, welche Fachbereiche besonders unter Druck geraten sind, wie tiefgreifend die Eingriffe in Forschung und Lehre waren, welche Herausforderungen sich für Ungarns Hochschulen nach der Ära Orbán stellen, welche Chancen damit verbunden sind und wie es nach dem Regierungswechsel weitergehen kann.
Impulse geben Krisztina Arató, Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Eötvös-Loránd-Universität (ELTE), die zur Geschichte der europäischen Einigung und zu EU-Themen aus zentral- und osteuropäischer Perspektive forscht, sowie Daniela Apaydin, an der Andrássy Universität promovierte Historikerin und Journalistin mit Schwerpunkt Ostmitteleuropa, insbesondere Ungarn, die am Wiener Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) tätig ist.
Das Webinar ist Teil der Reihe CHEtalk feat. DAAD/KIWi Connect: „Wissenschaftspolitik und Wissenschaftsfreiheit weltweit. Implikationen für die internationale akademische Kooperation“. In drei 60-minütigen Online-Webinaren beleuchten das CHE Centrum für Hochschulentwicklung und das Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperation (KIWi) des DAAD aktuelle Entwicklungen in ausgewählten Hochschulsystemen und diskutieren deren Bedeutung für internationale akademische Kooperationen.
Weitere Termine der Reihe:
- Donnerstag, 01.10.2026, 12.00 bis 13.00 Uhr: “Finanzierungsgrundlagen und politische Steuerung von Wissenschaft – Erfahrungen aus den USA”
- Donnerstag, 26.11.2026, 12.00 bis 13.00 Uhr: “Migrations- und Innenpolitik: Auswirkungen auf die Studierendenmigration und die Internationalisierung von Hochschulen”
Die Webinare gehören thematisch zusammen, bauen aber nicht zwingend aufeinander auf. Interessierte können sich wahlweise für einzelne oder alle Termine anmelden. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.


