Foto: PixabayElternhaus, Mietwohnung und WG sind die gängigsten Wohnformen von Studierenden in Deutschland. Eine aktuelle Auswertung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt regionale und Geschlechter-Unterschiede. Besonders beliebt ist das umgangssprachliche „Hotel Mama“ bei männlichen Studierenden und ganz besonders im Saarland. WG-Spitzenreiter ist Thüringen. Die meisten Studierenden wohnen in direkter Nähe zum Hochschulort und nutzen zur Anreise nachhaltige Verkehrsmittel.
Elternhaus bleibt die beliebteste Wohnform, besonders bei Männern
Im Rahmen der Befragungen für das CHE Hochschulranking machten mehr als 87.000 Studierende in grundständigen Studiengängen, also Bachelor und Staatexamen, Angaben zu ihrer Wohnsituation und ihrem Weg zur Hochschule. Der Anteil an Studierenden, die noch im Elternhaus wohnen, liegt aktuell bei 27,9 Prozent. Das entspricht einem leichten Rückgang um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zur letzten Auswertung im Jahr 2023.
Einen ähnlich hohen Anteil weist das Wohnen in einer privaten Mietwohnung mit 27,8 Prozent auf. Rund ein Viertel aller Studierenden in Deutschland wohnt in einer Wohngemeinschaft (24,8 %, ohne Wohnheim). Noch seltener wohnen Studierende in einem Studentenwohnheim (15,2 %).
Der Geschlechtervergleich zeigt, dass Studenten häufiger das Elternhaus noch nicht verlassen haben. Rund ein Drittel der Männer wohnt noch zu Hause, bei den Frauen ist es weniger als ein Viertel.
Thüringen und Weimar mit den höchsten WG-Quoten
Auf regionaler Ebene zeigen sich je nach Hochschulstandort große Unterschiede bei der Wohnsituation. So nutzen etwa im Saarland 42,8 Prozent der Studierenden noch das „Hotel Mama“. In den beiden Baden-Württembergischen Orten Nürtingen und Göppingen liegt der Anteil bei den Eltern wohnender Studierender bei 76,4 bzw. 73,1 Prozent. Auch von den Bachelor-Studierenden im Nordrhein-Westfälischen Gütersloh wohnen rund 70 Prozent bei ihren Eltern.
Die höchste WG-Quote im Ländervergleich findet sich mit 33,2 Prozent in Thüringen. Spitzenreiter auf Ortsebene bei Wohngemeinschaften ist Weimar. Hier gab die Hälfte der Befragten an, in einer WG außerhalb eines Wohnheims zusammenzuleben.
HAW-Studierende wohnen häufiger bei den Eltern
„Auffallend ist, dass besonders Studierende an Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften noch überdurchschnittlich oft bei ihren Eltern wohnen. Dies gilt unabhängig von der Größe des Hochschulortes“, bilanziert Studienautor Cort-Denis Hachmeister. „Bei Universitätsstudierenden hängt die Wohnsituation stärker vom Ort ab. In Ballungsräumen mit hoher Einwohnerzahl und teuren Mieten nutzen viele Studierende weiterhin das kostengünstige Hotel Mama. In mittelgroßen Universitätsstädten bis 100.000 Einwohner ist die WG die beliebteste Wohnform.“
In Mecklenburg-Vorpommern wohnen fast alle direkt am Hochschulort
Aktuell wohnen knapp zwei Drittel aller Studierenden in Deutschland direkt am Hochschulort. In Mecklenburg-Vorpommern trifft das sogar für knapp neun von zehn Studierende zu.
Weitere 30,4 Prozent der Studierenden bundesweit haben ihren Lebensmittelpunkt in einem Radius von bis zu 50 Kilometern zu ihrem Campus. Der Anteil der Studierenden, die weiter als 50 Kilometer zu ihrer Hochschule anreisen müssen, ist im Vergleich zur letzten Erhebung gesunken und liegt bei 6,4 Prozent.
Öffentliche Verkehrsmittel meist genutztes Transportmittel
Viele Studierende setzen für den Weg zur Hochschule auf nachhaltige Verkehrsmittel. Mehr als die Hälfte nutzt regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel (57,2 %) – sogar knapp 6 Prozentpunkte mehr als drei Jahre zuvor. Lediglich ein Viertel der Befragten greift regelmäßig auf Auto oder Motorrad für die An- und Abreise zurück.
In Greifswald (87,8 %), Münster (78,4 %) und Göttingen (73,4 %) ist der Anteil radelnder Studierender besonders hoch. Öffentliche Verkehrsmittel werden für die Fahrt zur Hochschule besonders oft in Berlin, Hamburg, Stuttgart und Ulm, aber auch im Großraum München in Anspruch genommen. In Thüringen kommt als mehr als die Hälfte der Studierenden zu Fuß zur Hochschule, im Saarland nutzt ein Großteil der Studierenden regelmäßig das Auto.
Über die Publikation:
Grundlage des „CHECK – Wohnsituation und Mobilität von Studierenden in Deutschland 2026“ sind Befragungen im Rahmen des CHE Hochschulrankings. Das CHE Hochschulranking im ZEIT Studienführer und unter Hey Studium ist das umfassendste Ranking deutscher Universitäten und Fachhochschulen. In den Wintersemestern 2023/24, 2024/25 und 2025/26 beantworteten mehr als 87.000 Studierende (ab dem 3. Fachsemester) in grundständigen Studiengängen in mehr als 40 Studienfächern an 210 verschiedenen Hochschulorten Angaben zu ihrer Wohnsituation und/oder zur Mobilität im Studium. Parallel zur Veröffentlichung des CHECKs erscheint auf dem CHE Portal www.hochschuldaten.de ein begleitender DatenCHECK. Dieser enthält in interaktiven Tabellen Detailinformationen für 163 Hochschulorte in Deutschland. Autor beider Publikationen ist Cort-Denis Hachmeister.

