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Der lange anhaltende Abwärtstrend bei neu abgeschlossenen Studienkrediten wurde 2025 gestoppt. Dies zeigt die Marktanalyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Der KfW-Studienkredit konnte sich auf niedrigem Niveau leicht verbessern. Der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes konnte seine Absatzzahlen im vergangenen Jahr um fast 40 Prozent steigern.

Neu abgeschlossene Studienkredite mit Plus von 17 Prozent  

Mit rund 15.207 Neuverträgen ist die Zahl der neuen Studienkredit-Abschlüsse in Deutschland 2025 gegenüber dem Vorjahr spürbar gestiegen. 2024 waren es noch rund 13.000. Der Anstieg um über 17 Prozent beendet den Abwärtstrend – ausgenommen einmalige Corona-Sondereffekte – nach mehr als zehn Jahren. Dies zeigen Anbieterabfragen im Rahmen des CHE-Studienkredit-Tests 2026.

Die gestiegene Nachfrage nach Studienkrediten dürfte aus Sicht des CHE auch mit der weiter ausstehenden BAföG-Reform zusammenhängen. Viele Studierende sind aufgrund der aktuellen Kriterien nicht BAföG-berechtigt und suchen nach Alternativen, um Finanzierungslücken zu schließen.

Bildungskredit überrascht mit Wachstumssprung

Überraschend ist die Entwicklung beim zweitgrößten Anbieter: Der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes verzeichnete 2025 insgesamt rund 4.600 Neuabschlüsse. Im Vorjahr waren es 3.300. Das entspricht einer Steigerung um fast 40 Prozent. Der KfW-Studienkredit kam im vergangenen Jahr auf knapp 8.000 Neuverträge und konnte seine Absatzzahlen um immerhin 11 Prozent steigern.

„Der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes ist kein spektakuläres Hochglanzprodukt, sondern ein ziemlich unscheinbares, überschaubares, aber eben auch grundsolides Angebot“, sagt Ulrich Müller, Autor des CHE-Studienkredit-Tests. „Dass der Bildungskredit nach einem Jahrzehnt sinkender Nachfrage diese enormen Steigerungsraten erreicht, ist erstaunlich. Ein wesentlicher Grund dürfte der attraktive Zinssatz sein.“

Der Bildungskredit ermöglicht monatliche Auszahlungen von maximal 300 Euro für höchstens zwei Jahre oder eine Einmalzahlung von bis zu 7.200 Euro. Er bietet mit 3,53 Prozent effektiv den niedrigsten Zinssatz unter den bundesweiten Angeboten. Der KfW-Studienkredit, der Auszahlungen in Höhe von bis zu 650 Euro ermöglicht, liegt mit 6,53 Prozent effektiv rund drei Prozentpunkte darüber.

Müller: Schwache KfW-Nachfrage ist kein Zeichen fehlenden Bedarfs

Der KfW-Studienkredit hatte den Markt über viele Jahre geprägt. Abgesehen von einem kurzen Hoch während der Corona-Pandemie hat das staatliche Studienfinanzierungsangebot jedoch seit einem Jahrzehnt kontinuierlich und massiv an Bedeutung verloren.

„Der KfW-Studienkredit braucht einen Relaunch. Der Zinssatz ist unattraktiv, die Konditionen sind nicht mehr zeitgemäß, und die maximale Auszahlung müsste angesichts der Inflation Auszahlungen bis 1000 Euro pro Monat ermöglichen“, so Ulrich Müller, Experte für Studienfinanzierung beim CHE.

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag neben einer BAföG-Reform faire Konditionen und ein Produkt mit Zinsbindung beim KfW-Studienkredit angekündigt. Ulrich Müller fordert nun entsprechende Maßnahmen: „Das Problem ist richtig beschrieben. Jetzt muss es gelöst werden. Die überzeugendste Lösung wäre, wenn die Bundesregierung den Bildungskredit und den KfW-Studienkredit in ein reformiertes BAföG aufgehen lässt. Hätten alle Studierenden über ein neues BAföG die Option auf ein zinsgünstiges Darlehen mit fairen Konditionen, gäbe ihnen das Erwartungssicherheit und Flexibilität. Dieser Darlehensbaustein könnte auch für die Mietkaution, einen neuen Laptop, Auslandsaufenthalte, Studiengebühren an privaten Hochschulen oder Weiterbildungen genutzt werden.“

Studienkredit-Test zeigt Unterschiede bei Kosten und Flexibilität

Trotz des leichten Anstiegs bei den Neuverträgen bleibt die Bedeutung von Studienkrediten im deutschen Studienfinanzierungssystem insgesamt gering. Aktuell befinden sich rund 30.300 Studierende in der Auszahlungsphase eines Studienkredits, Bildungsfonds oder ähnlichen Angebots. Das entspricht einem Anteil von 1,1 Prozent aller Studierenden in Deutschland.

Rund 205.000 Personen befinden sich derzeit in der Rückzahlungsphase. Sie haben ihr Studium bereits beendet und zahlen nun ihre aufgenommenen Kredite zurück. Monatlich fließen bundesweit fast 18 Millionen Euro über Studienkredite und Bildungsfonds an Studierende. Das jährliche Finanzvolumen liegt bei über 211 Millionen Euro. Im Durchschnitt nehmen Studierende derzeit 543 Euro pro Monat auf.

Unter den 25 untersuchten Studienkrediten, Studiendarlehen und Bildungsfonds im CHE-Studienkredit-Test 2026 zeigen sich weiterhin große Unterschiede bei Zugang, Kosten, Kapazität, Risikobegrenzung und Flexibilität. Einige regionale Darlehensangebote der Studierendenwerke sind zinsfrei, aber häufig nur für bestimmte Zielgruppen oder Regionen verfügbar. Bildungsfonds spielen vor allem im Umfeld privater Hochschulen und bei einzelnen Spezialangeboten eine Rolle. Ein breites, verlässliches und attraktives staatliches Kreditangebot für alle Studierenden fehlt aus Sicht des CHE weiterhin.

 

Über den CHE-Studienkredit-Test:

Der CHE-Studienkredit-Test 2026 entstand in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt und erscheint in diesem Jahr in seiner 21. Auflage. Er bewertet anhand von 21 Einzelkriterien Vor- und Nachteile von aktuell 25 verfügbaren Studienkreditangeboten. Datenbasis sind Selbstauskünfte der Anbieter. Mit zahlreichen Detailinformationen bietet der Test eine transparente Marktübersicht für Studierende und Studieninteressierte. Zusätzlich kann anhand einer Tabelle eine eigene Bedarfskalkulation erstellt werden. Der CHE-Studienkredit-Test ist frei verfügbar unter www.che-studienkredit-test.de. Autor des „CHE-Studienkredit-Test 2026 – Studienkredite, Abschlussdarlehen und Bildungsfonds im Vergleich“ ist Ulrich Müller. Begleitet wird das Thema durch den CHE-Ratgeber „CHE kurz + kompakt: Studienkredite“.

 

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CHE-Studienkredit-Test 2026 - Studienkredite, Abschlussdarlehen und Bildungsfonds im Vergleich 8. Juli 2026 1.37 MB 86 downloads

Müller, Ulrich: CHE-Studienkredit-Test 2026 - Studienkredite, Abschlussdarlehen...

 

Ulrich Müller

Leiter politische Analysen

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Assistenz:
Tanja Ologe
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Arbeitsschwerpunkte:
Hochschulräte, Individuelle Studienfinanzierung / Studienkredite, Studienbeiträge, Student Services / Studentenwerke, Landeshochschulgesetze, Reformmonitoring, staatliche Steuerung

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