• Britta Hoffmann-Kobert
  • 14. Oktober 2019
  • Sonstiges

Prof. Dr. Dr. hc Michael Hoch (Rektor), Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn [Foto: Volker Lannert/Uni Bonn]
Seit 2015 ist Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Hoch Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zuvor war der studierte Biologe Geschäftsführender Direktor des LIMES-Instituts (Life Medical Sciences-Verbund der Universität Bonn), welches er mitbegründet hat. 2017 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Waseda Universität in Tokio.

Die Rheinische Friedrichs-Wilhelms-Universität Bonn ist mit 35.000 Studierenden und einer über 200-jährigen Tradition eine der traditionsreichen und größten Universitäten in Deutschland. Gegründet wurde sie 1818 vom jetzigen Namensgeber König Friedrich Wilhelm III.

Schon in den ersten Runden der Exzellenzinitiative konnte die Universität die Förderung verschiedener Cluster und Graduiertenschulen einwerben, gewann aber nicht mit ihrem Gesamtkonzept. In der neuen Exzellenzstrategie setzte sie sich mit sechs Clustern durch und bekam in der zweiten Runde des Wettbewerbs den Status als Exzellenzuniversität verliehen.

Der herausragende aktuelle Erfolg beruht maßgeblich auf einer Profilschärfung in der Forschung. In einem von Hoch seit 2016 angestoßenen Erneuerungsprozess, zu dem alle Professorinnen und Professoren der Universität eingeladen waren, wurden gemeinsam sechs transdisziplinäre Forschungsbereiche (Transdisciplinary Research Areas: TRA) identifiziert, die zentrale wissenschaftliche, technologische und gesellschaftliche Herausforderungen adressieren. „Auf dem Fundament unserer Stärke in den einzelnen Disziplinen wurden so neue gemeinsame Explorations- und Innovationsräume kreiert, in denen fundamentale Forschungsfragen fakultäts- und fächerübergreifend angegangen werden. Unsere herausragenden außeruniversitären Partner in der internationalen Wissenschaftsregion Bonn, der deutschen Stadt der Vereinten Nationen, werden dabei maßgeblich in die Forschung eingebunden und integriert“, erläutert Hoch.

Rückblickend beschreibt er den erfolgreich durchgeführten hochschulinternen Prozess als Top-Down initiiert, durch die Hochschulleitung gesteuert und von einer starken Zukunftsvision für die Institution begleitet. Entscheidend für die Akzeptanz konfliktträchtiger Entscheidungen sei die gegenseitige Wertschätzung, die er nach eigenem Bekunden allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entgegenbringt, aber auch von allen anderen einfordert. Der Erfolg gibt ihm Recht: Mit den eingeworbenen sechs Exzellenzclustern, je eines im Zentrum jeder TRA, und dem Status als Exzellenzuniversität ist die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn die erfolgreichste Universität im deutschlandweiten Exzellenzwettbewerb.

Die Jury sieht seinen Kurs als gelungen an und hebt hervor, dass er es geschafft hat, die Universität Bonn durch die Überwindung von Fakultätsgrenzen und durch interdisziplinäre Zusammenarbeit zusammenzubringen und auch durch seinen positiven „Spirit“ zu vereinen.

Unter anderem als zielorientiert, partnerschaftlich und integrativ sowie ideenreich beschreiben ihn seine Kolleginnen und Kollegen in der Leitung (Prorektor(inn)en, Hochschulrat, Kanzler). Er habe maßgeblich die Digitalisierung an der Universität vorangetrieben. Mit der Gründung des Digital Science Center (DiCe) Bonn und einem neuen Prorektorat für Digitalisierung und Informationstechnologie mache er die Universität auch auf diesem Gebiet wettbewerbsfähig.

„In der Forschung wird das DiCe durch interdisziplinäre Arbeiten an der Schnittstelle von Informatik, Informationswissenschaften und Geisteswissenschaften dazu beitragen, den digitalen Strukturwandel in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft zu bewältigen. Stichworte sind hier ‚Big Data‘, ‚Computational Science‘, digitale Transformation der Gesellschaft und die ‚Digital Humanities'“, heißt es aus der Hochschule.

 

Erläuterung des Verfahrens

Die nominierten Finalisten und Finalistinnen für die Hochschulmanagerin oder den Hochschulmanager des Jahres 2019 wurden in drei Stufen ermittelt.

Vorauswahl: Über eine datengestützte Vorauswahl, bei der unter anderem Daten vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Alexander von Humboldt- Stiftung und dem CHE Hochschulranking ausgewertet wurden, wurden Hochschulen identifiziert, die besonders starke positive Veränderungen aufweisen und daher als besonders entwicklungsstark anzusehen sind. Der Betrachtungszeitraum reicht hierbei insbesondere bei den dynamischen Indikatoren bis ins Jahr 2014 zurück.

Befragungen: Im Rahmen der zweiten Auswahlstufe wurden alle in der Vorauswahl identifizierten Hochschulleitungen zu ihrem Führungsverständnis und zu verschiedenen Führungsaktivitäten befragt. Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf dem strategischen Potenzial der Digitalisierung für die Hochschulen und die Rolle der Hochschulleitungen in diesem Zusammenhang. Um die so gewonnenen Erkenntnisse mit weiteren Perspektiven spiegeln zu können, wurden die jeweiligen Prorektor(inn)en bzw. Vizepräsident(inn)en und die Hochschulratsvorsitzenden sowie die Kanzler(innen) bzw. Vizepräsident(inn)en für Verwaltung zu der Führungsleistung ihrer Hochschulleitungen befragt.

Jurysitzung: Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Vorauswahl und den Befragungen bestimmte eine Jury aus anerkannten Expert(inn)en sechs Finalist(inn)en.

Die Auszeichnung „Hochschulmanager(in) des Jahres“ wird bereits seit 2008 verliehen, seit 2013 gemeinsam von der Wochenzeitung DIE ZEIT und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Britta Hoffmann-Kobert

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel.: +49 5241 9761-27
Fax: +49 5241 9761-40
E-Mail: Britta.Hoffmann-Kobert@che.de

https://www.che.de/teams/britta-hoffmann-kobert