• Britta Hoffmann-Kobert
  • 14. Oktober 2019
  • Sonstiges

Prof. Dr. sc. agr. Stephan Dabbert (Rektor), Universität Hohenheim [Foto: Universität Hohenheim / Reiner Pfisterer]
Der Agrarökonom Prof. Dr. Stephan Dabbert leitet die Universität Hohenheim seit 2012.

Die Universität Hohenheim fußt auf einer landwirtschaftlichen Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt, die im Jahr 1818 in der Folge schwerer Hungersnöte gegründet wurde und den klaren Auftrag hatte, die Ernährungs- und Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern. Hundert Jahre später erhielt die Hochschule das Promotions- und Habilitationsrecht. Heute gibt es drei Fakultäten: Agrar-, Natur- sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Stephan Dabbert sieht es als seine Aufgabe an, den Gründungsauftrag der Universität Hohenheim aufzugreifen und die Chancen zu nutzen, die in der Gestaltung als Profiluniversität liegen. „Es geht mir darum, die hier tätigen Wissenschaftler bestmöglich in die Lage zu versetzen, ihr volles Potential auszuschöpfen. So können wir der Verantwortung gerecht werden, die uns als staatlicher Wissenschaftseinrichtung bei der Gestaltung der Transformationsprozesse in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zukommt“, sagt Dabbert. Er sieht seine Rolle als die eines Initiators strategischer Entwicklungen, der gleichzeitig für notwendige Veränderungen motiviert.

Die Jury betont insbesondere die Stärke von Dabbert, interdisziplinäre Entwicklungen voranzutreiben und Fakultätsgrenzen zu überwinden. Die Universität ist Gründungsmitglied der European Bioeconomy University – EBU (ein Netzwerk im Bereich Bioökonomie führender europäischer Universitäten). Regional gehört sie zu den Mitbegründern der Hochschulregion Tübingen-Hohenheim – ein Hochschulverbund, der gegenseitige Nutzung von Infrastrukturen ermöglicht und den Studierenden hochschulartenübergreifende Durchlässigkeit bietet.

Gerade in einem Umfeld wie Baden-Württemberg, welches mehrere große Exzellenzuniversitäten beheimatet, hat Dabbert der im Vergleich eher kleinen und spezialisierten Universität ein starkes Profil verschafft, lobt die Jury, und verweist dabei insbesondere auf die interdisziplinäre Profilierung im Bereich der Bioökonomie. Dabei agiert er wertschätzend und kommunikativ. Er greift Impulse aus der Hochschule auf, trifft aber wenn nötig auch klare Entscheidungen. Respektvoll und wertschätzend, vertrauensvoll und zukunftsorientiert, so charakterisieren ihn seine Prorektor(inn)en sowie der Hochschulrat und die Kanzlerin.

Die Digitalisierung ist unter seiner Führung ebenso zum Profilthema avanciert. Mit dem Computational Science Lab wurde ein fakultätenübergreifendes digitales Zukunftslabor eingerichtet, für das er erhebliche zusätzliche Ressourcen einwerben konnte, die Berufungspolitik wurde auf die Neuerungen der Digitalisierung ausgerichtet und Online-Lernplattformen aufgebaut. Eine Professur für Künstliche Intelligenz im Agrarbereich soll den Nachwuchs in der Forschung fit für die digitale Wissenschaftswelt machen.

 

Erläuterung des Verfahrens

Die nominierten Finalisten und Finalistinnen für die Hochschulmanagerin oder den Hochschulmanager des Jahres 2019 wurden in drei Stufen ermittelt.

Vorauswahl: Über eine datengestützte Vorauswahl, bei der unter anderem Daten vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Alexander von Humboldt- Stiftung und dem CHE Hochschulranking ausgewertet wurden, wurden Hochschulen identifiziert, die besonders starke positive Veränderungen aufweisen und daher als besonders entwicklungsstark anzusehen sind. Der Betrachtungszeitraum reicht hierbei insbesondere bei den dynamischen Indikatoren bis ins Jahr 2014 zurück.

Befragungen: Im Rahmen der zweiten Auswahlstufe wurden alle in der Vorauswahl identifizierten Hochschulleitungen zu ihrem Führungsverständnis und zu verschiedenen Führungsaktivitäten befragt. Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf dem strategischen Potenzial der Digitalisierung für die Hochschulen und die Rolle der Hochschulleitungen in diesem Zusammenhang. Um die so gewonnenen Erkenntnisse mit weiteren Perspektiven spiegeln zu können, wurden ebenfalls die jeweiligen Prorektor(inn)en bzw. Vizepräsident(inn)en und die Hochschulratsvorsitzenden sowie die Kanzler(innen) bzw. Vizepräsident(inn)en für Verwaltung zu der Führungsleistung ihrer Hochschulleitungen befragt.

Jurysitzung: Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Vorauswahl und den Befragungen bestimmte eine Jury aus anerkannten Expertinnen und Experten sechs Finalist(inn)en.

Die Auszeichnung „Hochschulmanager(in) des Jahres“ wird bereits seit 2008 verliehen, seit 2013 gemeinsam von der Wochenzeitung DIE ZEIT und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Britta Hoffmann-Kobert

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