• Britta Hoffmann-Kobert
  • 14. Oktober 2019
  • Sonstiges

Prof. Dr. Anja Steinbeck (Rektorin), Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf [Foto: HHU/Ivo Mayr]
Prof. Dr. Anja Steinbeck ist seit 2014 Rektorin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Die Heinrich- Heine-Universität wurde 1965 gegründet. Heute bietet sie den rund 36.000 Studierenden Studienprogramme an fünf Fakultäten an. Mit Anja Steinbeck ist zum ersten Mal eine Frau an der Spitze der Universität. Zuvor war die Juristin und Professorin für Wirtschaftsrecht Prorektorin für Planung, Finanzen und Gender an der Universität zu Köln. Des Weiteren war sie 10 Jahre als Richterin im Nebenamt am OLG Köln tätig.

Strategieprozesse an der Universität Düsseldorf mit ihren fünf ganz unterschiedlichen Fakultäten seien nur dann erfolgreich, beschreibt Steinbeck, wenn die Besonderheiten aller Fachrichtungen und die akademische Freiheit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler berücksichtigt werden. Ihr Fazit ist daher, dass ein „Durchregieren von oben“ wenig sinnvoll und auch nicht möglich ist.

Steinbeck setzt auf interne Kommunikation und offene Diskussion. Für die Akzeptanz und Legitimation der Rektoratsentscheidungen wird das Gespräch sowohl in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung genutzt, als auch ein informeller Austausch in hierfür eigens geschaffene Runden. Von ihren Prorektoren, der Hochschulratsvorsitzenden und dem Kanzler wird sie als „visionär, verlässlich und sachorientiert“ beschrieben.

Die Heinrich-Heine-Universität versteht sich seit einigen Jahren als Bürgeruniversität, die neben ihrer exzellenten Forschung und hervorragenden Lehre besonderen Wert darauflegt, sich gegenüber der Gesellschaft zu öffnen, heißt es auf der Uni-Homepage. Ihre Forschungsaktivitäten sollen transparent für die Öffentlichkeit sein und der Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft soll aktiv vorangetrieben werden. Steinbeck hat sich im Rahmen des von ihr initiierten „Bürgeruniversität“-Programms die weitere Intensivierung des Verhältnisses zwischen Universität und Stadt ausdrücklich auf die Fahne geschrieben, hebt die Jury hervor und lobt: „Anja Steinbeck nimmt es sehr ernst, die Universität als Teil der Stadt zu sehen und im Sinne der Third Mission den Wissenstransfer von der Uni in die Stadt und ebenso Impulse aus der Stadt in die Uni zu tragen.“

Für den 2018 von ihr eingeläuteten Strategieprozess im Themenfeld Künstliche Intelligenz (KI-Strategie), der das Potenzial von Methoden der KI systematisch erschließen und Aktivitäten sowie Kompetenzen vernetzen soll, hat sie innerhalb und außerhalb der Hochschullandschaft Kooperationspartner gefunden. Das Rektorat versteht sich in diesem Prozess nach eigenem Bekunden als Ort zentraler Unterstützung, Zielorientierung und Koordinierung. Dabei gehe es nicht um die Digitalisierung als Selbstzweck. Ziele sind zum Beispiel eine erleichterte und erweiterte Partizipation der Bürger, eine Steigerung des qualitativen Angebots in der Lehre etwa durch ergänzende digitale Angebote und eine Unterstützung der High-end-Forschung im Bereich Big-Data. Ebenso geht es um die gesellschaftlichen Fragestellungen, die sich aus Digitalisierung ergeben. Ein neu gegründetes Institut HeiCAD (Heine Center für Artifical Intelligence and Data Science) koordiniert die Forschungstätigkeit im Bereich KI und schult die Menschen in der Entwicklung und dem Einsatz von Methoden der KI.

Erläuterung des Verfahrens

Die nominierten Finalisten und Finalistinnen für die Hochschulmanagerin oder den Hochschulmanager des Jahres 2019 wurden in drei Stufen ermittelt.

Vorauswahl: Über eine datengestützte Vorauswahl, bei der unter anderem Daten vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Alexander von Humboldt- Stiftung und dem CHE Hochschulranking ausgewertet wurden, wurden Hochschulen identifiziert, die besonders starke positive Veränderungen aufweisen und daher als besonders entwicklungsstark anzusehen sind. Der Betrachtungszeitraum reicht hierbei insbesondere bei den dynamischen Indikatoren bis ins Jahr 2014 zurück.

Befragungen: Im Rahmen der zweiten Auswahlstufe wurden alle in der Vorauswahl identifizierten Hochschulleitungen zu ihrem Führungsverständnis und zu verschiedenen Führungsaktivitäten befragt. Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf dem strategischen Potenzial der Digitalisierung für die Hochschulen und die Rolle der Hochschulleitungen in diesem Zusammenhang. Um die so gewonnenen Erkenntnisse mit weiteren Perspektiven spiegeln zu können, wurden ebenfalls die jeweiligen Prorektor(inn)en bzw. Vizepräsident(inn)en und die Hochschulratsvorsitzenden sowie die Kanzler(innen) bzw. Vizepräsident(inn)en für Verwaltung zu der Führungsleistung ihrer Hochschulleitungen befragt.

Jurysitzung: Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Vorauswahl und den Befragungen bestimmte eine Jury aus anerkannten Expertinnen und Experten sechs Finalist(inn)en.

Die Auszeichnung „Hochschulmanager(in) des Jahres“ wird bereits seit 2008 verliehen, seit 2013 gemeinsam von der Wochenzeitung DIE ZEIT und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Britta Hoffmann-Kobert

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