• Britta Hoffmann-Kobert
  • 14. Oktober 2019
  • Sonstiges

Dr. Muriel Helbig (Präsidentin), Technische Hochschule Lübeck [Foto: TH Lübeck]
Muriel Helbig ist seit 2014 Präsidentin der Technischen Hochschule Lübeck. 1969 wurde die Hochschule aus den Lübecker Ingenieursschulen als eine der ersten Fachhochschulen in Deutschland gegründet, ihre Wurzeln reichen sogar bis ins Jahr 1808 zurück. Muriel Helbig hat sich dafür eingesetzt, dass das bundesweite Jubiläum dieses erfolgreichen Hochschultypus in Lübeck begangen wird. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier feierten die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften im Juni 2019 ihr 50. Jubiläum an der Technischen Hochschule Lübeck.

Der Umbenennung in „Technische Hochschule Lübeck“ im letzten Jahr ging ein langer und intensiver Prozess voraus. Dieser Prozess steht beispielhaft für den Führungsstil, den Muriel Helbig an der Hochschule prägen möchte: sich Zeit nehmen für die Meinungsbildung und Projektplanung, Knowhow auch von Extern berücksichtigen, alle relevanten Akteure einbinden und mit interner und externer Kommunikation den Prozess begleiten. Für die Namensänderung war auch eine Gesetzesänderung notwendig, die Politik musste also entsprechend mitgenommen werden. „Mir war immer wichtig, dass die Umbenennung ergebnisoffen diskutiert wurde“, betont Muriel Helbig. „Der gemeinsame Weg war in diesem Falle für die Hochschule und für mich mindestens so wichtig und lehrreich wie die Abwägung zwischen Tradition – dem alten Namen – und profilgebender Umbenennung“, ist ihr Fazit nach dem erfolgreichen Verlauf.

Ihre Kolleginnen und Kollegen in der Leitung der Hochschule beschreiben ihre Präsidentin als visionär, umsetzungsorientiert und prozessorientiert. Nach Wahrnehmung der Jury agiert sie auf authentische Art klug und strategisch, dabei legt sie großen Wert auf Transparenz, Partizipation und Akzeptanz. „Sie hat in kürzester Zeit hohe Anerkennung an der eigenen Hochschule und in der Hochschul-Community erworben“ hebt die Jury zudem hervor.

Eine Stärke der TH Lübeck ist die langjährige Erfahrung in der digitalen Lehre und ihre technische Infrastruktur. So wird an einem hochschuleigenen Institut zu digitaler Lehre geforscht, an einer hochschuleigenen GmbH die Umsetzung betrieben – für den Eigenbedarf der TH Lübeck, aber auch für weitere Hochschulen und Einrichtungen. Unter anderem in der Weiterbildung entwickelt sich die TH Lübeck zu einem Netzwerkknoten im Land. Die kontinuierliche Verbindung der digitalen Lehre mit der Präsenzlehre wird auch im Strategiebildungsprozess TH 2030 in den Mittelpunkt gestellt. Die Präsidentin treibt diese Entwicklung voran und achtet darauf, den Schritt von isolierten Pionier- und Leuchtturmprojekten zum selbstverständlichen Einbezug aller Lehrgebiete und aller Lehrenden zu tun.

Die studierte Psychologin Muriel Helbig hat noch eine besondere Vision für ihre Hochschule: Die Umsetzung des Projektes „TH als Ort“. Es geht um die bauliche Umgestaltung der Technischen Hochschule Lübeck hin zu einem zukunftsorientierten Campus. Hiermit beschäftigt sich bereits eine hochschulweite Arbeitsgruppe unter ihrer Leitung. „Unser Erfolg ist von Personen abhängig, die wir an unserer Hochschule halten oder für sie gewinnen wollen, und denen wir interessante Bedingungen bieten wollen. Der Campus sollte auch räumlich so gestaltet sein, dass Hochschulangehörige sich zu einem fachlichen wie zu einem informellen Austausch eingeladen fühlen“, sagt Helbig.

Erläuterung des Verfahrens

Die nominierten Finalisten und Finalistinnen für die Hochschulmanagerin oder den Hochschulmanager des Jahres 2019 wurden in drei Stufen ermittelt.

Vorauswahl: Über eine datengestützte Vorauswahl, bei der unter anderem Daten vom Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Alexander von Humboldt- Stiftung und dem CHE Hochschulranking ausgewertet wurden, wurden Hochschulen identifiziert, die besonders starke positive Veränderungen aufweisen und daher als besonders entwicklungsstark anzusehen sind. Der Betrachtungszeitraum reicht hierbei insbesondere bei den dynamischen Indikatoren bis ins Jahr 2014 zurück.

Befragungen: Im Rahmen der zweiten Auswahlstufe wurden alle in der Vorauswahl identifizierten Hochschulleitungen zu ihrem Führungsverständnis und zu verschiedenen Führungsaktivitäten befragt. Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auf dem strategischen Potenzial der Digitalisierung für die Hochschulen und die Rolle der Hochschulleitungen in diesem Zusammenhang. Um die so gewonnenen Erkenntnisse mit weiteren Perspektiven spiegeln zu können, wurden die jeweiligen Prorektor(inn)en bzw. Vizepräsident(inn)en und die Hochschulratsvorsitzenden sowie die Kanzler(innen) bzw. Vizepräsident(inn)en für Verwaltung zu der Führungsleistung ihrer Hochschulleitungen befragt.

Jurysitzung: Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Vorauswahl und den Befragungen bestimmte eine Jury aus anerkannten Expert(inn)en sechs Finalist(inn)en.

Die Auszeichnung „Hochschulmanager(in) des Jahres“ wird bereits seit 2008 verliehen, seit 2013 gemeinsam von der Wochenzeitung DIE ZEIT und dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Britta Hoffmann-Kobert

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