Summary

Ein Vergleich angelsächsischer Bachelor-Modelle: Lehren für die Gestaltung eines deutschen Bachelor?

Die gegenwärtige Umstellung des deutschen Studiensystems auf Bachelor- und Master-Studiengänge (BMS) steht zwar im Kontext der Bestrebungen, einen gemeinsamen europäi-schen Hochschulraum zu schaffen. Von Befürwortern wie Gegnern der Reform werden gleichwohl immer wieder angelsächsische Modelle als wichtiger Referenzpunkt in die Diskussion eingebracht. Dabei gibt es die Tendenz, die Umstellung auf BMS mit der Einführung ‚des angelsächsischen Systems’ gleichzusetzen. Einzelne Aspekte insbesondere des US-amerikanischen und englischen Hochschulsystems rücken dabei leicht in den Vordergrund. In den Hintergrund gerät die Vielfalt unterschiedlicher Spielarten von Studienstrukturen im englischsprachigen Raum. Dieses Papier möchte die Informationsbasis für eine Diskussion über die Ausgestaltung deutscher Bachelor-Studiengänge erweitern, indem es Strukturen und Inhalte von Bachelor-Studiengängen in England, den USA, Australien und Kanada genauer in den Blick nimmt. Neben einschlägiger Literatur zum Thema stützt es sich auf eine Reihe von Interviews mit Bildungsforschern und Hochschulpraktikern in den Vergleichsländern. Das Papier erhebt nicht den Anspruch, eine lückenlose Untersuchung von Bachelor-Studiengängen im englischsprachigen Raum zu leisten. Vielmehr sollen einige Charakteristika der Studiengänge herausgearbeitet werden, die für die deutsche Debatte über die Einführung von BMS Impulse liefern können. Besondere Aufmerksamkeit wird den mit dem Bachelor verknüpften Bildungs- und Studienmodellen und der Einbettung dieser Modelle in den Kontext der jeweiligen Hochschulsysteme geschenkt. Dabei wird auch der Zusammenhang mit Abschlüssen unterhalb des Bachelor-Niveaus und mit dem (post)gradualen Studium behandelt.