8. Debatte über neue Abschlussbezeichnungen in der beruflichen Bildung
Der Bundestag hat am 24. Oktober 2019 die Novelle des Berufsbildungsgesetzes beschlossen. Mit dem Inkrafttreten des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) am 1. Januar 2020 sollen die Bezeichnungen „Bachelor Professional“ etwa für die beruflichen Abschlüsse Meister oder für Fachwirte und der „Master Professional“ etwa für geprüfte Berufspädagogen eingeführt werden. Am 16. Oktober gab es dazu eine Anhörung im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, in der Achim Dercks vom Deutschen Industrie– und Handelskammertag, DIHK, die neuen Abschlussbezeichnungen lobte.
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In Übereinstimmung mit dem Bundesrat und einer Vielzahl von Organisationen aus Wirtschaft und Wissenschaft hatte die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Vorfeld dringend an den Deutschen Bundestag appelliert, von der Verwendung der geplanten Abschlussbezeichnungen für die berufliche Bildung abzusehen.
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Der Senat der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sprach sich ebenfalls vehement dagegen aus. In einem HRK–Beschluss heißt es dazu: „Abschlussbezeichnungen müssen transparent und eindeutig sein; in der vorgeschlagenen Novelle werden jedoch ganz unterschiedliche Bildungswege mit fast identischen Bezeichnungen belegt. Dies erzeugt Intransparenz, denn die eindeutige Zuordnung einer Abschlussbezeichnung zum wissenschaftlichen oder berufsbildnerischen Bereich ist essenziell für beide Bereiche.“ Der Gesetzentwurf erzeuge auf diese Weise Unklarheit bei der Berufsorientierung Jugendlicher, aber auch in Stellenausschreibungen und bei der Personalsuche der Unternehmen.
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Auch aus Sachsen wird Kritik an den Abschlussbezeichnungen geübt.
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Das Gesetz muss nun noch durch den Bundesrat.