8. Kritik an Novelle des Berufsbildungsgesetzes (BBiG)
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf für die Bundesbildungsministerin beschlossen. Abschlüsse der Berufsbildung sollen künftig die Bezeichnungen „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“, „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ tragen. Mit der BBiG–Novelle will Bundesbildungsministerin Anja Karliczek die Attraktivität der beruflichen Bildung steigern und die Gleichwertigkeit von beruflicher Fortbildung und Studium verdeutlichen.
„Die Entscheidung zwischen beruflicher Aus– und Fortbildung oder Studium ist keine Frage eines Mehr oder Weniger. Es ist eine Auswahl zwischen zwei gleichwertigen Wegen zum beruflichen Erfolg“, so Karliczek.
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HRK–Präsident Prof. Dr. Peter–André Alt warnt vor einer Begriffskonfusion: „Die im Zuge der Novellierung geplanten neuen Bezeichnungen für berufliche Abschlüsse dürfen so nicht stehen bleiben. Die gute Absicht, den Stellenwert der beruflichen Bildung zu betonen und zu stärken, würde durch die Nachahmung hochschulischer Abschlussbezeichnungen geradezu konterkariert. Warum für die international überaus anerkannte berufliche Bildung nicht ihre eigenen, eindeutigen Marken wie ‚Meister‘, ‚Technikerin‘ oder ‚Fachwirt‘ mit ihren spezifischen Kompetenzen weiter stärken?
Jugendliche, Arbeitgeber und Öffentlichkeit brauchen eindeutige Informationen, die die Qualität und den Chancenreichtum aller Ausbildungs– und Karrierewege verdeutlichen. Die vom Kabinett verabschiedete Novelle muss deshalb in diesem Punkt überarbeitet werden.“
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