9. Qualitätssicherung in der Wissenschaft primär Aufgabe der Wissenschaft selbst
Plagiatsfälle, Manipulation wissenschaftlicher Daten oder ethisch fragwürdige Forschung können das Vertrauen in die Wissenschaft erschüttern. Der Wissenschaftsrat hat 2015 ein Positionspapier mit „Empfehlungen zu wissenschaftlicher Integrität“ verfasst. Darin werden auch Maßnahmen zur Sicherstellung von Qualität in der Wissenschaft genannt, die von der Politik nach Auffassung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nicht ausreichend umgesetzt sind. Sie richteten eine Kleine Anfrage dazu an die Bundesregierung, in der unter anderem danach gefragt wird, welche Verantwortung die Bundesregierung für die Qualitätssicherung im deutschen Wissenschafts– und Hochschulsystem trägt und wie Verstöße geahndet werden?
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In der Antwort der Bundesregierung heißt es:
"Integrität oder auch gute wissenschaftliche Praxis ist integraler Bestandteil akademischer Bildung. Die Etablierung von Standards und Verfahren zur Sicherung einer hohen wissenschaftlichen Qualität sowie zur Einhaltung der wissenschaftlichen Redlichkeit würden maßgeblich zur Legitimation wissenschaftlicher Erkenntnisse beitragen. Die durch Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes garantierte Wissenschaftsfreiheit manifestiere die Prämisse der eigenverantwortlich handelnden, sich selbstverwaltenden Wissenschaft. Dementsprechend sei auch die Sicherstellung der Einhaltung wissenschaftlicher Qualitätsstandards eine Kernaufgabe der Wissenschaftseinrichtungen. Maßnahmen und Verfahren zur Vorbeugung von Verstößen ebenso wie zu deren Ahndung seien daher primär auf der Ebene der Einrichtungen konzentriert".
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