4. SVR–Studie: Wie schrumpfende Hochschulstandorte internationale Studierende gewinnen
Immer mehr junge Menschen streben ein Studium an. Die Zahl der Studienanfänger(innen) ist entsprechend hoch. Aber es gibt Hochschulstandorte, an denen sowohl die Geburtenraten niedrig sind als auch besonders viele junge Menschen wegziehen. Dort geht die Zahl der einheimischen Studierenden spürbar zurück. Dies betrifft bereits 41 der bundesweit 263 Fachhochschul– und Universitätsstandorte. Diese Standorte beheimaten neben zwölf größeren Universitäten insbesondere kleine und mittelgroße Fachhochschulen mit 1.000 bis 5.000 Studierenden. Knapp zwei Drittel der schrumpfenden Hochschulstandorte liegt in Ostdeutschland. Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR) sieht die Gewinnung internationaler Studierender als Potenzial für die Hochschulen in diesen Regionen. Weit über die Hälfte (26 von 41) der schrumpfenden Standorte begegnete dem demografischen Wandel bereits, indem sie internationale Studieninteressierte in Sprachschulen, ausländischen Partnerschulen und –hochschulen oder im Internet gezielt ansprechen. Um mehr internationale Studierende anzuziehen und im Studium zu unterstützen, sollte der Hochschulzugang flexibler gestaltet und die Studieneingangsphase stärker strukturiert werden, so die Empfehlung. Wie es gelingen kann, Studierende aus dem In– und Ausland durch attraktive Angebote anziehen und anschließend als Fachkräfte in der Region halten, hat der SVR–Forschungsbereich in seiner Studie „Dem demografischen Wandel entgegen: Wie schrumpfende Hochschulstandorte internationale Studierende gewinnen und halten“ untersucht. Für die Analyse wurden zwischen 2014 und 2017 Daten von 116 Hochschulen und 5.167 internationalen Studierenden ausgewertet.
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Der Deutsche akademische Austauschdienst (DAAD) weist im Zusammenhang mit der Studie auf seine Angebote für Hochschulen hin. „Der DAAD unterstützt seine Mitgliedshochschulen nicht zuletzt durch die Serviceangebote von GATE–Germany bei der Rekrutierung von begabtem internationalem Nachwuchs. Im Interesse der Zukunftsfähigkeit unseres Landes ist es notwendig, auf diese wachsende gesellschaftliche Aufgabe mit neuen Angeboten und größerer Entschlossenheit zu reagieren. Hier sind Bund und Länder gleichermaßen gefordert“, sagt DAAD–Präsidentin Prof. Margret Wintermantel. „Die Anwerbung internationaler Studierender kann dabei helfen, den demografischen Wandel abzufedern“, erklärt DAAD–Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland. „Wir müssen aber die Rahmenbedingungen weiter verbessern: Es geht darum, die passenden internationalen Studierenden anzusprechen und sie schon im Heimatland zielgerichtet vorzubereiten, beispielsweise durch innovative digitale Formate. Zudem benötigen sie in der Frühphase ihres Studiums an einer deutschen Hochschule weitere Unterstützung.“ Damit, so Dorothea Rüland, ließen sich auch die zurzeit noch hohen Abbruchquoten ausländischer Bachelor–Studierender senken.
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