3. Ursachen von Studienabbrüchen
Die Studienabbruchquote ist in Deutschland gegenüber früheren Untersuchungen im Mittel leicht gesunken. Mit einer Gesamtabbruchquote von 21 Prozent liegt Deutschland deutlich unter dem OECD–Durchschnitt von 31 Prozent.

Befragt nach den Gründen des Studienabbruchs geben 31 Prozent der befragten Studierenden Leistungsprobleme an. 20 Prozent davon nennt die zu hohen Anforderungen des Studiums als ausschlaggebend, für 11 Prozent ist das Nichtbestehen einer Prüfung die Ursache.
Für 19 Prozent der Befragten sind finanzielle Probleme der Grund für ihren Studienabbruch. Und für 18 Prozent haben sich die Vorstellungen über das Fach und die beruflichen Möglichkeiten nicht bestätigt, sodass ihre Motivation für das Fachstudium gesunken ist.

Im Auftrag des BMBF hat HIS im Studienjahr 2008 eine bundesweit repräsentative Befragung zu den Ursachen und Motiven von Studienabbrüchen des Absolventenjahrgangs 2006 vorgenommen. Die Ergebnisse sollen auch Antworten auf die Frage, welchen Einfluss die neu eingeführten Bachelorstudiengänge im Vergleich zu den traditionellen Studiengängen auf die Ursachen haben, liefern.

So zeigt sich, dass die neue Studienstruktur in den Sprach– und Kulturwissenschaften zu einer Abnahme des Studienabbruchs beigetragen hat, während sich die Situation in den Ingenieur– und Naturwissenschaften zum Teil verschärft hat. Deutlich unterschiedlich ist beim Vergleich der alten mit den neuen Studiengängen der Zeitpunkt des Abbruchs. Studierende der Bachelorstudiengänge brechen im Mittel nach 2,3 Fachsemestern, Studierende der Diplomstudiengänge nach 7,3 Fachsemestern ab. HIS erklärt dies mit einem erkennbar verdichteten Studium bei den Bachelorstudiengängen, was sowohl die Leistung als auch die Studienmotivation stärker für ein Gelingen erfordert.
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Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Dr. Helge Braun sagte: "Durch Verbesserungen beim BAföG und den Aufbau eines nationalen Stipendienprogramms werden wir in den kommenden Jahren entscheidend zu einer Verbesserung der finanziellen Situation der Studierenden beitragen. Finanzielle Gründe dürfen niemanden von der Aufnahme und dem Abschluss eines Studiums abhalten."
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