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News vom 13.12.2017

CHE Prognose: Ansturm der Studienanfänger hält dauerhaft an

Die Zahl der Studienanfänger bleibt bis 2050 bei über 425.000 pro Jahr und damit weit über dem Niveau von 2005. Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung sieht daher die gesamtstaatliche Aufgabe einer dauerhaften und verlässlichen Neuordnung der Hochschulfinanzierung über den bisherigen Hochschulpakt hinaus.

Im Jahr 2005 lag die Zahl der jährlichen Studienanfänger in Deutschland bei rund 350.000. Aktuell beginnen pro Jahr etwa eine halbe Million Menschen eine akademische Ausbildung. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Erstsemester zwar nach einer Wellenbewegung zurückgehen, aber nicht mehr unter die Marke von 425.000 sinken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Modellrechnung des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Die prognostizierten Werte gehen dabei von einer unveränderten Studierneigung in der Bevölkerung aus. Sollten noch mehr Personen ein Studium anderen Ausbildungswegen vorziehen, dann würde die Zahl der Studienanfänger noch höher liegen.

CHE Geschäftsführer Jörg Dräger konstatiert: „Der Anstieg der Studienanfänger erzeugt keinen Berg, den man untertunneln kann. Die Studienanfängerzahlen bleiben auf einem Hochplateau. Hochschulbildung wird zum Normalfall und zur langfristigen gesellschaftlichen Realität.“
Die Finanzierung der hohen Studierendenzahlen ist eine gesamtstaatliche Aufgabe und nicht mehr mit einem zeitlich begrenzten Hochschulpakt zu bewältigen. „Für ein Studienhoch, das sich über mehr als 40 Jahre erstreckt, kann man nicht alle paar Jahre die Finanzierung neu verhandeln. Die Mittel des Hochschulpaktes müssen verstetigt werden. Wir brauchen eine dauerhafte, verlässliche Finanzierung der Studienplätze im gesamten Hochschulsystem“, so Dräger.

Wettbewerbliche Elemente dürften bei einer Verstetigung nicht fehlen, erläutert der CHE Geschäftsführer weiter. Denn die CHE-Hochschulforscher haben auch die jeweiligen regionalen Entwicklungen betrachtet: 2017 bis 2050 wird es in den meisten Bundesländern in jedem Jahr mehr Studienanfänger als 2005 geben, allerdings je nach Land mit unterschiedlichen Ausschlägen nach oben und unten. „Studierende stimmen mit den Füßen ab, an welche Hochschule sie wollen. Die Finanzierung der Studienplätze muss deswegen flexibel sein und atmen können“, fordert Dräger. Spielregeln für den Umgang mit unvorhersehbaren Schwankungen, z.B. durch Einwanderung oder höhere Bildungsbeteiligung, sollten von Beginn an festgelegt sein, damit Hochschulen verbindliche Planungsgrundlagen haben.




Die Entwicklung der Studienanfängerzahlen in Deutschland von 2016 bis 2050 im Vergleich zur Zahl der Studienanfänger(innen) im Jahr 2005

Über diese Studie

Im Auftrag des CHE Centrum für Hochschulentwicklung führte CHE Consult Modellrechnungen zur Entwicklung der Studiennachfrage durch. In einem Basismodell wurde die Zahl der Studienanfänger in den Ländern ausschließlich durch Annahmen über die demographische Entwicklung von Altersgruppen und ausländischen Studierenden prognostiziert. Hierbei gingen die Autoren von gleichbleibenden Bedingungen z.B. im Hinblick auf die Studierneigung aus. In einem Szenarienmodell wird zudem jeweils die Entwicklung bis 2050 bei einem moderaten Wachstum der Studierneigung durchgespielt. Verfasser der Studie „Auf dem Hochplateau der Studiennachfrage: Kein Tal in Sicht? Modellrechnungen zur Entwicklung der Studienanfängerzahlen bis zum Jahr 2050“ sind Thimo von Stuckrad, Christian Berthold und Tim Neuvians. Die Publikation ist Teil des CHE Themenschwerpunktes „Hochschulbildung wird zum Normalfall“.


Weitergehende Informationen finden Sie in der angegebenen Publikation.

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