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News vom 14.12.2016

Chance zur Neuordnung des Akkreditierungswesens verpasst

Am 8. Dezember 2016 hat die Kultusministerkonferenz (KMK) den Entwurf eines Staatsvertrages vorgelegt und damit die Chance zu einer tiefgreifenden Reform der Akkreditierung von Studiengängen und Qualitätssicherungssystemen erneut verstreichen lassen. Das Gremium hat sich darauf beschränkt, die notwendigsten Forderungen des Bundesverfassungsgerichts (BVG) zu erfüllen, welches die Schaffung einer wissenschaftsadäquateren Ausgestaltung der Regelungen bis spätestens zum 1. Januar 2018 vorgegeben hatte. Seit der Einführung des externen Prüfmechanismus` für die Qualität neu etablierter Bachelor- und Masterstudiengänge Ende der 1990er Jahre gab es immer wieder Kritik insbesondere aus dem Hochschulbereich daran. Doch diese ließ die Politik weitgehend an sich abperlen. Dieser Praxis ist die KMK nun wieder gefolgt, obwohl es gute Gründe für ein Umdenken gibt.

Zu Recht hat das BVG darauf hingewiesen, dass der Staat in einigen Punkten zu viel Verantwortung an die Agenturen delegiert hat, was teilweise zu Einschränkungen der Hochschulautonomie führt. Vor diesem Hintergrund ist der Beschluss der HRK zu unterstützen, wonach Hochschulen externe Agenturen künftig nicht mehr zwangsläufig beauftragen müssen, wenn sie ihre Studiengänge bzw. ihr Qualitätssicherungssystem für Studium und Lehre akkreditieren lassen wollen. Diesem Vorschlag ist die KMK nicht gefolgt.

Stattdessen will sie das bisherige System weitgehend zementieren und die Rolle des nationalen Akkreditierungsrates stärken. Dieser soll künftig als zentrales Organ für die Akkreditierungsentscheidungen fungieren und somit eine bisherige Kompetenz der Agenturen übernehmen. Obwohl das deutsche Akkreditierungssystem im Vergleich mit anderen europäischen Akkreditierungssystemen sehr komplex und kostenintensiv ist, scheut die KMK vor einer grundlegenden Reform zurück. Dabei liegen Alternativkonzepte wie z.B. das „institutionelle Qualitätsaudit“ der HRK bereits seit längerem vor. In diesem Modell werden Lehrangebote und hochschulinterne Qualitätssicherungsverfahren auch von außen begutachtet und mit einem Gütesiegel versehen. Dies geschieht jedoch durch Evaluationsverfahren, die beratenden Charakter haben und darauf abzielen, die Eigenverantwortung der Hochschulen für die Qualitätsentwicklung zu stärken.


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Ansprechpartnerin
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Sigrun Nickelmehr
Telefon: 05241 9761-23
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