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News vom 04.02.2016

Praxisbeispiele für die Personalentwicklung von Postdocs

Universitäten sollten stärker als bisher auch die Postdocs in ihre Personalentwicklung einbeziehen. Darin waren sich die rund 100 Teilnehmer(innen) des CHE-Forums am 2. Februar 2016 in Kassel einig. Promovierte, die sich auf den Weg zur Professur machen, haben bereits weitgehende berufliche Weichen gestellt und brauchen spezifische Unterstützung. Dazu präsentierten Vertreter(innen) aus Hochschulen eine Fülle von Konzepten und Erfahrungen.

Dass Postdoc nicht gleich Postdoc ist, machte Dr. Sigrun Nickel, Leiterin Hochschulforschung des CHE, in ihrem Einleitungsvortrag deutlich. Es gibt in Deutschland derzeit vier Wege zur Professur: Habilitation, Juniorprofessur, Nachwuchsgruppenleitung sowie eine Promotion plus Berufspraxis. Die Arbeitsbedingungen der Postdocs sind zum Teil sehr heterogen und weisen zudem auch fächerspezifische Besonderheiten auf. Eine gute Personalentwicklung (PE) für diese Zielgruppe muss diesen Besonderheiten Rechnung tragen. Hier setzten die nachfolgenden Werkstattberichte aus den Universitäten an.



(v.l.) Dr. Bettina Schreyögg (Uni Hamburg), Dr. Bettina Duval (Uni Konstanz), Prof. Dr. Uwe Cantner (Uni Jena), Dr. Jutta Fedrowitz (CHE), Dr. Sigrun Nickel (CHE) (Foto: Frieda Dilchert, Kassel)

Mit dem „Konstanzer Kodex für Wissenschaftler(innen) zwischen Promotion und Professur“ präsentierte Dr. Bettina Duval, Leiterin des Academic Staff Development an der Uni Konstanz, einen Ansatz, der die Schaffung einer Organisationskultur für die gezielte PE von Postdocs erreichen will. Auf Basis eines internen Diskussionsprozesses etablierte die Universität Konstanz Leitsätze für eine gute Praxis.
Besonders erfolgreich laufen in diesem Zusammenhang Zertifikatskurse zum Thema Führungskompetenz und individuelle Coachings. Als schwierigen Punkt beschrieb Dr. Duval die Beratung zu einer möglichen außerhochschulischen beruflichen Perspektive: „Hier berühren wir ein Tabu. Postdocs sind schon sehr weit in ihrer wissenschaftlichen Karriereentwicklung fortgeschritten. Die Aufnahme einer außerhochschulischen Berufstätigkeit wird da als Scheitern erlebt“.

Die Universität Hamburg wendet sich erst seit kurzem systematisch den Postdocs zu, so Dr. Bettina Schreyögg, Leiterin der Personalabteilung der Universität Hamburg. Mit Q*WIN wurde ein eigenes Programm entwickelt und implementiert, welches Promovierte in drei Handlungsfeldern unterstützt: Nachwuchsförderung und Karriereentwicklung, erfolgreiche wissenschaftliche Praxis sowie Führung und Zusammenarbeit. Als besonders wichtigen Punkt sieht Dr. Schreyögg vor allem die Schnittstellenarbeit zwischen der auf zentraler Ebene angesiedelten Personalentwicklung und den Fakultäten. Hier werden über persönliche Gespräche Kontakte aufgebaut, um die diversen Fächerkulturen der Universität Hamburg angemessen einzubinden.

Ein ungewöhnlich ausdifferenziertes Programm zur PE von Postdocs besitzt die Universität Jena. Eine selbstinitiierte Studie zur Arbeitssituation dieser Beschäftigtengruppe im Jahr 2011 mündete in einem Bündel von Maßnahmen. Dazu zählen auf institutioneller Ebene u.a. die Einrichtung einer Graduiertenakademie und dem „Jena Haus für den wissenschaftlichen Nachwuchs“. Davon ausgehend werden Personen bereits vor der Postdocphase dazu beraten, ob das Einschlagen dieses Karriereweges tatsächlich das Richtige für sie sei, so Prof. Dr. Uwe Cantner, Vizepräsident für wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung der Universität Jena. Ist die Entscheidung gefallen, stehen den Postdocs vielfältige Qualifizierunsgangebote offen. Regelmäßiger Bestandteil der PE ist auch ein Karrieregespräch mit Vorgesetzten über die eigenen beruflichen Zukunftsperspektiven innerhalb und außerhalb der Wissenschaft. Für einen regelmäßigen Austausch über die Fakultäten hinweg sorgt ein Newsletter.

Mit „Promotion plus+“ stellte Prof. Dr. Joachim Escher, Vizepräsident für Berufungsangelegenheiten und Personalentwicklung und Weiterbildung, ein Programm der Universität Hannover vor, das nicht nur an der eigenen Uni unter Postdocs stark nachgefragt ist. Besonderes Highlight sei, neben den Bereichen Karriereplanung, Berufseinstieg, Management und weiteren Schlüsselkompetenzen, ein fakultatives „Unternehmens-Speed-Dating“, das von beiden Seiten sehr positiv angenommen wird. Vor allem die Kooperation mit anderen Hochschulen und mit Unternehmen in der Region ist ein weiteres Plus in diesem Programm.

Neben den Fragen zu Rechten und Pflichten von Postdocs im Universitätsbetrieb und zur Akzeptanz innerhalb der Hochschule diskutierten die rund 100 Teilnehmer(innen) u.a. mögliche fächerabhängige Unterschiede in der Förderung. Vor allem bei Natur- und Rechtswissenschaften sei es schwierig, die besten Wissenschaftler(innen) in der Uni zu halten. Umgekehrt ist vor allem für Postdocs aus geisteswissenschaftlichen Fächern wichtig, dass geeignete Netzwerke existieren, welche zu attraktiven beruflichen Alternativen neben der Wissenschaft führen. Hier könnten bereits mit der Hochschule bzw. einzelnen Professor(inn)en kooperierende Unternehmen stärker einbezogen werden.


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Ansprechpartnerin
Jutta Fedrowitz
Jutta Fedrowitzmehr
Telefon: 05241 9761-26
Fax: 05241 9761-40
E-Mail: jutta.fedrowitz
@che.de
 
Assistenz:
Alexandra Tegethoffmehr
Telefon: 05241 9761-22

Veranstaltung
Forum: CHE-Forum: PE(rsonalentwicklung) für Postdocsmehr

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