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News vom 18.01.2016

Neue Publikation zeigt Strukturen der hochschulinternen Koordination der Lehrerbildung

Seit 2000 haben die Hochschulen für Lehramtsstudierende verstärkt eigene Koordinierungsstellen geschaffen. Einen aktuellen Überblick über deren Ressourcen und Kompetenzen sowie Beispiele aus der Praxis und mögliche Weiterentwicklungen bietet die heute erscheinende fünfte Publikation des Monitors Lehrerbildung.

Jeder siebte Studierende an deutschen Universitäten und pädagogischen Hochschulen studiert auf Lehramt. Dennoch gab es bis zum Jahr 2000 für die Gruppe der Lehramtsstudierenden an ihren Hochschulen nur selten eine spezialisierte Anlaufstelle oder Interessenvertretung abseits der Fachdisziplinen. Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften standen dadurch häufig unverbunden nebeneinander und die verschiedenen Phasen der Lehrerausbildung waren oft schlecht aufeinander abgestimmt.

Seitdem haben alle im Rahmen des Monitors Lehrerbildung befragten Hochschulen in Deutschland Koordinierungsstellen für die Lehrerbildung eingerichtet. Diese kümmern sich beispielsweise um die Beratung von Lehramtsstudierenden oder die Betreuung von Praktika. Zwei von 67 befragten Hochschulen verfügen über eine eigene Fakultät für Lehrerbildung. Die übrigen Hochschulen setzen auf so genannte Lehrerbildungszentren, Schools of Education oder vergleichbare Einrichtungen. Bedeutsamer als die Bezeichnung der jeweiligen Koordinierungsstellen ist deren Rollenverständnis, Handlungsfähigkeit und Ausstattung. Diesbezüglich gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Hochschulen.



Cover der fünften Publikation des Monitors Lehrerbildung

Ein differenziertes Bild zeigt sich im Hinblick auf die personellen Ressourcen und die Entscheidungskompetenzen der einzelnen Zentren, etwa bei der Verantwortung in Personalfragen. Lediglich an zwei von 59 Hochschulen, die auf diese Frage antworteten, sind die Lehrerbildungszentren in Berufungsverfahren federführend. An mehr als der Hälfte der Hochschulen liegt die Verantwortung für Berufungen neuer Professoren im Bereich der Lehrerbildung dagegen bei den Fakultäten oder Fachbereichen.

Die Experten des Monitors Lehrerbildung fordern deshalb in ihrer heute veröffentlichten Publikation „Form follows function?! – Strukturen für eine professionelle Lehrerbildung“, dass der Stellenwert der Lehrerbildung sich noch deutlicher in den hochschulinternen Strukturen niederschlagen sollte. Die Schaffung von Lehrerbildungszentren und Schools of Education sei ein richtiger und wichtiger Schritt, nun müsse noch mehr für die wirksame Ausrichtung dieser Einheiten getan werden. Hierzu gehörten neben einer Klärung strategischer Ziele und der Ausstattung mit weitreichenden Gestaltungsmöglichkeiten und Entscheidungsrechten nicht zuletzt auch die finanzielle und personelle Stärkung der Einrichtungen.

Über die Publikation
Bei der Veröffentlichung „Form follows function?! – Strukturen für eine professionelle Lehrerbildung“ handelt es sich um eine Sonderpublikation im Rahmen des Monitor Lehrerbildung. Eine Befragung, an der sich 67 von 71 deutschen Hochschulen, die für das Lehramt ausbilden, und alle 16 Länder beteiligt haben, bildet die Datengrundlage. Einschätzungen von Expertinnen und Experten sowie Beispiele aus der Praxis runden die Publikation ab, die kostenlos als Download unter www.monitor-lehrerbildung.de verfügbar ist.

Über den Monitor Lehrerbildung
Der Monitor Lehrerbildung ist die bundesweit einzige Datenbank zum Lehramtsstudium. Unter www.monitor-lehrerbildung.de sind insgesamt mehr als 8.500 relevante Daten und Fakten zur ersten Phase der Lehrerbildung übersichtlich dargestellt. Der Monitor Lehrerbildung ist ein gemeinsames Projekt von Bertelsmann Stiftung, CHE Centrum für Hochschulentwicklung, Deutsche Telekom Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.


Weitergehende Informationen finden Sie in der angegebenen Publikation.

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