CHE-Prognose für die Studienanfängerzahlen bis 2020Die Untersuchung zeigt, dass die Studienanfängerzahlen sich in den kommenden fünfzehn Jahren länderspezifisch differenziert entwickeln werden. Eine wichtige Rolle spielen doppelte Abiturientenjahrgänge und die unterschiedliche Geburtenentwicklung in alten und neuen Bundesländern. Frei werdende Kapazitäten in einigen Bundesländern können nur etwa ein Drittel des erwarteten Anstiegs bundesweit auffangen. In seiner Prognose hat das CHE die Schulabgängerzahlen, wie sie von der Kultusministerkonferenz bis zum Jahr 2020 vorausberechnet worden sind, mit den länderspezifischen Übergangsquoten ins Studium und der Studierendenmobilität innerhalb Deutschlands verknüpft. Damit können Aussagen über die Verteilung der Studienanfänger auf die einzelnen Bundesländer gemacht werden. In einem zweiten Schritt wurden die prognostizierten Studienanfängerzahlen von der durchschnittlichen Studienanfängerzahl der Jahre 2000 bis 2004 subtrahiert, um die Entwicklung relativ zu einem Ist-Stand zu erfassen. So kann die verfügbare bzw. erforderliche Studienkapazität abgebildet werden. Es wird eine Gruppe der Bundesländer mit Studienkapazitätsüberschuss und eine Gruppe der Bundesländer mit Studienkapazitätsdefizit gegenübergestellt. Die Berechnung geht dabei von Studienanfängern, nicht von Studierenden aus.
Methodisch ist eine Extrapolation über diesen Zeitraum aufgrund einer Vielzahl veränderlicher Faktoren mit Unsicherheiten behaftet. Wichtiger noch ist, dass zahlreiche Faktoren bewusst politisch gestaltet werden können und sollten. So hängt die Wanderung der Studienanfänger etwa von der Qualität des Studiums, der Attraktivität der Studienorte und von den konkreten Bedingungen des Studiums ab, wie zum Beispiel der Studienfinanzierung und Zulassungsbeschränkungen. Auch die Zahl der Hochschulzugangsberechtigten und die Übergangsquoten an die Hochschulen sind von zahlreichen gesellschaftlichen und bildungspolitischen Faktoren abhängig. „Uns geht es nicht darum, die Zukunft vorauszusagen, sondern Anhaltspunkte für politisches Handeln zu liefern“, sagt Florian Buch, Leiter der Untersuchung. Weitergehende Informationen finden Sie in der angegebenen Publikation. |