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Pressemitteilungen

Inhaltsverzeichnis CHEckpoint 103 Ausgabe 06|2008
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1. Editorial
Liebe Leserinnen und Leser,

für Aufregung und Emotionen sorgen weiterhin die Studiengebühren. Hessen hat sie abgeschafft. Studierende lehnen sie ab, weil sie sich nicht ausreichend informiert fühlen. Hier liegen eindeutig Versäumnisse auf verschiedenen Seiten vor. Ich beispielsweise habe nie verstanden, warum die Hochschulen die Verwendung der Mittel nicht den Studierenden allein überlassen haben. Dann gäbe es keine Diskussion über Missbrauch der Gebühren – höchstens über Fehlentscheidungen, die zu korrigieren sind und das Informationsniveau wäre auch höher. Die Argumente für Gebühren bleiben: mehr Geld – das dringlich ist für bessere Betreuungsrelationen, mehr Gerechtigkeit – damit nicht die breite Masse die privilegierten Akademikerkinder finanziert, mehr Gemeinsinn – durch neue Ansprüche an die Lehre. Dass Gebühren aber nicht an sich gut sind, sondern nur dann, wenn auch die Randbedingungen stimmen, das haben wir vom CHE immer betont. Insofern ist bei den Randbedingungen nachzusteuern – bei der Verwendung der Mittel, bei Stipendien für finanziell Schwache, bei der Senkung der hohen Rücklagen (wie jetzt in NRW) usw.

Mehr dazu und weitere Neuigkeiten aus der Hochschulwelt in diesem CHEckpoint.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihr Detlef Müller–Böling (d.mueller–boeling@che.de)
und die CHEckpoint–Redaktion
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2. Fazit der CHE–Tagung: Entscheidend ist nicht allein, was gezählt wird – aber "zählen, messen und schätzen" hilft bei der Entsch
Auf dem CHE–Symposium am 19./20. Juni in Berlin "Zählen, messen, schätzen – Fluch oder Segen für die Hochschullandschaft?" bestand Einigkeit darüber, dass verlässliche und aussagekräftige Daten zur Leistungsmessung in der heutzutage sehr heterogenen Hochschullandschaft unabdingbar sind. Entscheidend seien die Transparenz des Erhebungsverfahrens und die Eignung der Indikatoren. Rankings und Qualitätssicherungssysteme bedürfen dabei einer kontinuierlichen Weiterentwicklung.


Internationale Experten bescheinigten dem CHE–HochschulRanking dabei einmal mehr höchsten Standard. Das CHE–Ranking folgt konsequent den Regeln für "gute" Rankings, die 2006 von der International Ranking Expertgroup (IREG) in den "Berlin Principles" festgelegt wurden.


Die Methodik des CHE–Rankings wird jedes Jahr veröffentlicht in einem CHE–Arbeitspapier zu Vorgehensweise und Indikatoren


Die Abendveranstaltung zum Symposium stand im Zeichen des Abschieds von Detlef Müller–Böling als CHE–Leiter. Prominente Weggefährten aus Hochschule und Politik würdigten ihn als besonderen Reformer der letzten 14 Jahre und erinnerten teils an gemeinsame Projekte. Eine besondere Ehrung wurde Müller–Böling von der TU München zuteil – Präsident Wolfgang A. Herrmann überreichte ihm den Goldenen Ehrenring der Universität.


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3. Neuer CHE–Studienkredit–Test
Der CHE–Studienkredit–Test 2008 bildet 34 Angebote ab, bewertet die unterschiedlichen Konditionen und zeigt Vor– und Nachteile der unterschiedlichen Modelle auf.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich Studienkredite in den letzten Jahren zu einer festen Größe der Studienfinanzierung entwickelt haben. In Ergänzung der herkömmlichen Finanzquellen wie BAföG, Stipendium, Jobben und Unterstützung durch die Eltern decken Studienkredite, –darlehen und Bildungsfonds Lücken ab, die anders nicht zu schließen sind. Die höchst unterschiedlichen Durchschnittsummen der monatlichen Auszahlungen (zwischen 170 Euro und 800 Euro) zeigen, dass viele Studierende nur eine Zusatzfinanzierung benötigen und zu Recht nach dem Prinzip „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ vorgehen. Am stärksten nachgefragt werden die Studienbeitragsdarlehen der Länder. Allein in Nordrhein–Westfalen nutzten im Jahr 2007 47.000 Studierende das Refinanzierungsangebot des Landes. Bei den bundesweiten Angeboten wurde der KfW–Studienkredit mit 18.000 Vertragsabschlüssen am häufigsten in Anspruch genommen.
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4. Umgang mit Studienbeiträgen: Kein Missbrauch der Einnahmen
Eine Studie des Stifterverbandes und des Studentenwerks bescheinigt den Hochschulen in NRW einen verantwortungsvollen Umgang mit den Einnahmen aus Studienbeiträgen. Untersucht wurden die ersten drei Semester, in denen Beiträge von den Studierenden erhoben wurden. Im Studienjahr 2007 flossen den NRW–Hochschulen über die Studienbeiträge zusätzliche Einnahmen von rund 250 Millionen Euro zu.
Die Autoren geben den Hochschulen Anregungen für zeitnähere und zielgenauere Verwendung, transparentere Dokumentation und höhere Beteiligung der Studierenden bei der Vergabe der Gelder. Auf eine missbräuchliche Verwendung von Studienbeiträgen stießen die Gutachter laut Pressemeldung in keinem einzigen Fall.


Gemeinsame Pressemitteilung von Studentenwerk und Stifterverband


In Baden–Württemberg hat ein Beirat zum Monitoring der Studienbeiträge in einem Zwischenbericht unter anderem festgestellt, dass die finanzielle Ausstattung der Hochschulen und Berufsakademien sich deutlich verbessert haben. Rund die Hälfte der Mittel werde in zusätzliches Personal investiert. Die Studierenden seien in das Verfahren zur Verteilung der Studiengebühren einbezogen worden.


Hessen hat nach dem Wechsel der Regierungsmehrheiten beschlossen, zum Wintersemester 2008/2009 auf Studienbeiträge zu verzichten, obwohl die Verfassungsmäßigkeit des Studienbeitragsgesetzes vom Staatsgerichtshof bestätigt worden war. Die Verwendung der bisher eingenommenen Beiträge dokumentiert ein Weißbuch. Staatsministerin Silke Lautenschläger forderte, dass trotz der Entscheidung den Hochschulen genügend Mittel zur Verbesserung der Studienbedingungen bereit gestellt werden müssen, das Weißbuch bleibe die Messlatte für die Finanzierung.


Urteil des Staatsgerichtshofs des Landes im Verfahren zur Prüfung der Vereinbarkeit des Gesetzes zur Einführung von Studienbeiträgen an den Hochschulen des Landes und zur Änderung weiterer Vorschriften vom 16. Oktober 2006 (GVBl. I S. 512) mit der Verfassung des Landes Hessen.


In Hamburg müssen Studierende ab dem Wintersemester 2008/2009 Studienbeiträge von 375 Euro pro Semester zahlen. Eingezogen werden die Beiträge nach dem Examen ab einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro.


Für das laufende Sommersemester hat NRW den Anteil, den die Hochschulen aus Studienbeitragseinnahmen an den Ausfallfonds abführen, auf 14 Prozent gesenkt. Bis dahin hatte die Quote bei 18 Prozent gelegen.


Eine bundesweit begleitende Studie der Uni Hohenheim über die Zufriedenheit der Studierenden mit der Verwendung von Studienbeiträgen sieht einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Wissen über die Verwendung und dem Grad der Zufriedenheit. Es fehle aber bisher deutlich an Transparenz, wofür die Einnahmen eingesetzt würden: teilweise bis zu 95 Prozent der Studierenden gaben an, sich nicht ausreichend informiert zu fühlen.
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5. Ticker
Mehr Geld für die Hochschulreform vor dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung gefordert: Bologna–Reform war notwendig, bedarf aber höhere Investitionen um den Prozess erfolgreich abzuschließen


BMBF fördert Weiterbildungsmaßnahme für Ingenieurinnen und Ingenieure, die aus familiärer Gründen nicht berufstätig waren


NRW: Mittel für die Frauenförderung an Hochschulen um 5,7 Millionen Euro erhöht


NRW: Kabinett verabschiedet Gesetzentwurf zur Reform der Lehrerausbildung


Baden–Württemberg: Land fördert Forschungs– und Entwicklungsprojekte an Fachhochschulen


DAAD: Neues Aktionsprogramm unter dem Motto "Qualität durch Internationalität" soll für vier Jahre den internationalen Austausch Studierender und Forschender intensivieren


International Rankings Expert Group (IREG) strebt festere Strukturen an: Gründung des "Observatory on Academic Ranking and Excellence"


HRK: Herbsttagung des Projekts Qualitätsmanagement am 3./4.11.2008 in Bonn


Generalsekretär des European Research Council (ERC), Professor Ernst–Ludwig Winnacker, wird am 1. Juli 2009 das Amt des Generalsekretärs der International Human Frontier Science Program Organization (HFSPO) übernehmen
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6. Beschlüsse aus dem HRK–Senat
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) fordert, die bis 2011 laufende Exzellenzinitiative weiter zu entwickeln, um die Forschung in den Hochschulen nachhaltig zu stärken. Der HRK–Senat formulierte hierzu am 28. Mai sieben Kernforderungen.


Eine von HRK und Kultusministerkonferenz (KMK) gemeinsam berufene unabhängige Kommission hat die Arbeit des Akkreditierungsrats begutachtet. Kriterien waren die Erfüllung der nationalen Aufgaben und der europäischen Standards für Qualitätssicherung im Hochschulbereich. Die Kommission ist zu dem Ergebnis gekommen, dass der Akkreditierungsrat seinen gesetzlichen Auftrag gemäß internationaler Kriterien grundsätzlich erfüllt. "Allerdings wurden nach internationalen Standards auch Defizite festgestellt. Dabei geht es um die Ressourcen und die Unabhängigkeit des Rates," so Präsidentin Margret Wintermantel.
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7. Bildungsbericht 2008: Hausaufgaben noch nicht erledigt
Der zweite Bildungsbericht für Deutschland zeigt auch positive Tendenzen für die im Bericht 2006 definierten Herausforderungen. Jedoch sind weiterhin Bildungschancen in Deutschland besonders ungleich verteilt und korrelieren mit dem sozialen Hintergrund. Erforderliche Professionalisierung im Bereich der Frühpädagogik, die Ausbildung für den Ersatzbedarf in der Lehramtsausbildung und die Beteiligung an Weiterbildung liegen hinter den gesteckten Zielen zurück. Der Anteil für Bildung am Bruttoinlandsprodukt ist von 6,9 Prozent im Jahr 1995 auf 6,2 Prozent im Jahr 2005 gefallen und nicht etwa proportional zum Wirtschaftswachstum gestiegen. Positiv haben sich die Bildungswege für Mädchen und Frauen entwickelt; es wird dazu im Vergleich eine neue Problemlage bei den Jungen, insbesondere denen mit Migrationshintergrund, beschrieben.
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8. Pakt für Frauen in Naturwissenschaft und Technik gestartet
Für Absolventen und Absolventinnen der MINT–Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – gibt es hervorragende Berufsaussichten, doch Frauen nutzen das Potenzial in diesen Zukunftsberufen nur unzureichend. Ein Bündnis aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik will dies ändern und mehr Frauen für MINT–Berufe gewinnen. Unter dem Motto "Komm, mach MINT!" will die Bundesregierung mit mehr als 40 Partnern das Engagement aller Beteiligten stärken und bündeln.
U. a. soll der Anteil an Studienanfängerinnen in den naturwissenschaftlich–technischen Fächern um durchschnittlich fünf Prozentpunkte steigen, bei Neueinstellungen im MINT–Bereich sollen Frauen mindestens entsprechend ihres Anteils an den Absolventen berücksichtigt werden und ihr Anteil an Führungspositionen soll deutlich erhöht werden


Im Jahr 2007 entfielen 24 Prozent der Habilitationen aller
Fachrichtungen auf Frauen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Memorandums zum nationalen Pakt für Frauen in MINT–Berufen mitteilt, lag der Frauenanteil bei den Habilitationen in Mathematik/Naturwissenschaften einschließlich Informatik mit 16 Prozent und in Ingenieurwissenschaften mit 21 Prozent unter dem Durchschnitt.
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9. Tagung: Modelle der Hochschulfinanzierung
Unterdimensioniert, angebotsfixiert, fehlgeleitet: die Finanzierung der Hochschulen bedarf einer gründlichen Neuordnung. Modelle der Hochschulfinanzierung, die hier Abhilfe schaffen sollen, werden auf einer gemeinsamen Tagung von CHE und Stifterverband, BDA, BDI, Heinrich Böll Stiftung und Friedrich Ebert Stiftung am 16. Juli diskutiert.
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10. Gewinner des Plakatwettbewerbs des Studentenwerks
"Theoretisch ist Sport total sinnlos" lautet ein Gewinnerplakat im Wettbewerb des Studentenwerks zum Thema "Fit durchs Studium". Weitere gute Ideen von Design–Studierenden wurden mit zwei ersten Preisen, einem zweiten und insgesamt drei dritten Preisen prämiert.
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11. Unterstützung der CHE–Geschäftsleitung gesucht
Ab August oder später sucht das CHE eine Referentin oder einen Referenten für die Unterstützung der neuen Geschäftsleitung.
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12. Hochschulkurs
Die nächste Veranstaltung:

11./12. September 2008: Strategisches Qualitäts– und Prozessmanagement
Ort: Harnack–Haus, Berlin Dahlem;
Referenten: Prof. Dr. Johann Janssen, HS Fulda;
Prof. Dr. Barbara Jürgens, TU Braunschweig;
Dr. Sandra Mittag, Universität Zürich, ETH Zürich;
Dr. Sigrun Nickel, CHE–Consult, Gütersloh
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13. Zum guten Schluss
"15 Jahre Internet – und die fleißigsten Surfer sitzen in Berlin" besagt eine Studie der Universität Hohenheim über Internetnutzung in Deutschland. "Happy Birthday Internet! Als Geburtsstunde gilt das Jahr 1993: Im Frühjahr stellten Eric Bina und Marc Andreessen den ersten kostenlosen Browser Mosaic zum Download bereit," so die Information der Pressemeldung.


1993 begannen auch die Planungen zur Gründung des CHE und der damalige Rektor der Uni Dortmund, Detlef Müller–Böling, wurde gefragt, ob er das Centrum für Hochschulentwicklung aufbauen würde.
Was dann geschah, ist vielen CHEckpoint–Lesern wahrscheinlich bekannt. Wer noch Informationsbedarf hat oder wissen möchte, wie es bei Detlef Müller–Böling nach dem Abschied aus dem CHE weitergeht, dem sei eine neue Internetseite empfohlen.
Viel Spaß beim Surfen!
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14. Impressum
Redaktion: Britta Hoffmann–Kobert

Wir freuen uns über Anregungen oder Kommentare: mailto:che.ckpoint@che.de

Alle Angaben, speziell URL–Adressen, sind ohne Gewähr.

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V.i.S.d.P.: die CHEckpoint–Redaktion
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Britta Hoffmann-Kobert
Britta Hoffmann-Kobertmehr
Telefon: 05241 9761-27
Fax: 05241 9761-40
E-Mail: britta.hoffmann-kobert
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Anita Schmitzmehr
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