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Liebe Leserinnen und Leser,
Studiengebührendiskussionen sind wieder „in“. Leider gewinnen mit dem Thema Langzeitgebühren – egal ob unter diesem Namen oder als „Studienkonten“ deklariert – zur Zeit viele Politiker die Lufthoheit über deutschen Stammtischen. Offensichtlich ist eine unsinnige Lösung eher akzeptabel und politisch durchsetzbar als etwa ein durchstrukturierter Vorschlag, wie ihn HRK und CHE als Option für autonome Hochschulen entwickelt haben. Problematisch ist in diesem Zusammenhang in erster Linie das mangelnde Vertrauen zwischen staatlichen Seiten und Hochschulen – ein Thema, dem wir uns auch in dieser Ausgabe und demnächst auf einem Symposium widmen. Zentral ist Vertrauen auch für die notwendige Ablösung der Kapazitätsverordnung, die ein Korsett für jede kreative und innovative Entwicklung der deutschen Hochschulen ist. Auch dieses Thema und etliches mehr finden Sie in dieser Ausgabe des CHE.ckpoint.
Ihr Detlef Müller–Böling (mailto:d.mueller–boeling@che.de) und die CHE.ckpoint Redaktion
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Die HRK hat allen Mitgliedshochschulen das Papier „Studiengebühren als Option für autonome Hochschulen“ zur Information und Beratung zugeschickt. Darin wird eine selbstständige Entscheidung der Hochschulen über Erhebung, Art und Umfang von Studiengebühren in Verbindung mit einer staatlichen Rahmenverantwortung für die Sozialverträglichkeit des Modells vorgeschlagen. Die autonome Gestaltung durch die Hochschulen bedeutet: Will eine Hochschule Gebühren erheben, muss sie – abgestimmt auf die jeweilige Situation – eine Strategie für die Gebührenerhebung erarbeiten, die gebührenpflichtigen Angebote und die Höhe der Gebühren bestimmen sowie Möglichkeiten für deren sozialverträgliche Refinanzierung durch die Studierenden im Detail gestalten. Dafür gibt es bisher in Deutschland noch keine ausgearbeiteten Konzepte. Das CHE möchte im Rahmen eines Pilotprojekts gemeinsam mit interessierten Hochschulen Studiengebührenkonzepte im beschriebenen Sinne erarbeiten und die Machbarkeit der Ideen dem Praxistest unterwerfen. Mögliche Themen der Kooperation können Sie hier einsehen:
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Das Diskussionspapier finden Sie unter:
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Lesen Sie dazu auch in der ZEIT: "Strafgebühren ohne Sinn und Zweck" von Detlef Müller–Böling
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Wissenschaftsministerin Gabriele Behler (NRW) und Jürgen Zöllner (Rheinland–Pfalz) wollen in ihren Ländern Studienkonten einführen. Ihr Modell sieht vor, dass jedem Studienanfänger zum Beginn seines Studiums ein bestimmtes Kontingent an Semesterwochenstunden (SWS) „ausgehändigt“ wird (Regelstudienzeit plus 20 Prozent). Diese sollen ein gebührenfreies Erststudium ermöglichen. Gebühren werden fällig, wenn ein Studierender sein Kontingent überziehen muss, um einen Abschluss zu machen. Nicht in Anspruch genommene SWS bleiben erhalten und können für ein Zweitstudium oder Weiterbildungsangebote genutzt werden. Eine Erläuterung des Modells und ein Grundsatzpapier finden Sie unter Link Link
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Das CHE veranstaltet am 7. und 8. Februar 2002 ein Symposium "Gesellschaft – Staat – Hochschule: Vertrauen als Grundlage erfolgreicher Hochschulentwicklung". Aspekte der drei Themenbereiche stellen wir Ihnen im CHE.ckpoint näher vor. Heute: Das Verhältnis Hochschule – Gesellschaft.
Wirft man einen Blick in die Berichterstattung über die deutschen Hochschulen, wird ihr Bild von negativen Vor– und Pauschalurteilen geprägt. Auch der Glaubwürdigkeitsverlust von Wissenschaftlern in der öffentlichen Wahrnehmung ist nach Aussage des Meinungsforschungsinstituts für Demoskopie in Allensbach immens. Link
Hochschulen spielen jedoch eine entscheidende Rolle für Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft einer Gesellschaft. In der zunehmenden Informationsflut steigt zudem das Bedürfnis nach wissenschaftlicher Analyse. Auch hier liegen, neben Bildung und Forschung, aus der Sicht einer breiten Öffentlichkeit wichtige Aufgaben der Hochschulen.
Es ergibt sich eine paradoxe Situation: Die Erwartungen, die die Gesellschaft in die Hochschulen setzt, steigen. Aber das Vertrauen, dass die Hochschulen diesen Erwartungen gerecht werden, sinkt. – Ist das nur ein Vermittlungsproblem? Was ist zu tun?
Im ersten Teil des Symposiums, das mit einer Keynote von Prof. Dr. Karl Ulrich Mayer, Direktor am Max–Planck–Institut für Bildungsforschung, eingeleitet wird, soll dieses Phänomen ausgeleuchtet und von den Teilnehmern mit einer Expertenrunde diskutiert werden. Im Vorfeld des Symposiums werden Anregungen und Erfahrungen zu den drei Themenbereichen gesammelt. Hinweise dazu bitte an: Dr. Jutta Fedrowitz mailto:jutta.fedrowitz@che.de Das gesamte Programm des Symposiums finden Sie unter: Link
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Auf einer Pressekonferenz am 2. November in Berlin stellten Karl Max Einhäupl, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, und Detlef Müller–Böling ein neues Konzept für eine nachfrageorientierte Steuerung des Studienangebotes vor. "Mit diesem Konzept wird ein Weg gezeigt, wie die Position des Wissenschaftsrates in den Thesen zur künftigen Entwicklung des Wissenschaftssystems in Deutschland, wonach die Kapazitätsverordnung nach einer Übergangsphase abgeschafft werden sollte, konkretisiert werden kann", kommentierte Karl Max Einhäupl. "Die Kapazitätsverordnung ist das Paradebeispiel für eine folgenreiche Fehlentwicklung im deutschen Hochschulsystem", kritisierte Müller–Böling. Ursprünglich aufgrund der Urteile des Bundesverfassungsgerichtes in den Jahren 1972 und 1973 zur vollständigen Auslastung vorhandener Lehrkapazitäten und zur gleichmäßigen Belastung der Hochschulen entwickelt, sei die KapVO längst zu einem zentralen Planungs– und Verteilungsinstrument weit über die NC–Fächer hinaus geworden. Seit Jahren würden Ressourcenentscheidungen in den Bundesländern und an den Hochschulen fast ausschließlich mit Blick auf die "Lehrauslastung" von Fächern getroffen. Das neue Konzept plädiert für einen Perspektivenwechsel und beschreibt die Leitaspekte, die auch unter rechtlichen Gesichtspunkten einer neuen Regelung zugrunde liegen müssen. Darauf aufbauend wurde eine Alternative zur Kapazitätsverordnung entwickelt. Den verfassungsrechtlichen Spielraum für eine Neuordnung von Studienangebot und Hochschulzugang hat im Auftrag des CHE der Rechtsexperte Winfried Kluth von der Martin–Luther–Universität Halle–Wittenberg begutachtet. Link
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Ein Beschluss der Innenministerkonferenz sieht vor, nur die Masterabschlüsse der Universitäten dem höheren Dienst zuzuordnen. Berliner Fachhochschulen fordern die Rücknahme des Beschlusses Link
Wissenschaftsrat gibt Empfehlungen zur künftigen Struktur der Lehrerbildung Link
Programm "Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen (aFuE)" ist von HIS evaluiert worden Link
ExLibris – Wissen spenden für Hochschulbibliotheken Link
Plenum der Hochschulrektorenkonferenz vom 6. November 2001: HRK fordert Länder auf, in Bildung angemessen zu investieren Link
HRK–Plenum: Institutionelle Zusammenarbeit zwischen Schule und Hochschule stärken! Link
HRK–Votum: Keine Unterstützung der Reform der Professorenbesoldung bei strikter Kostenneutralität Link
HRK–Plenum bekennt sich zur Qualitätssicherung durch Akkreditierung Link
HRK–Plenum stimmt bilateralen Äquivalenzabkommen zu Link
"Forschung ist Not" Hans–Olaf Henkel, neuer Präsident der Leibnitz–Gemeinschaft, fordert 40 Milliarden Mark für die Wissenschaft Link
Deutsche Welle und DAAD eröffnen gemeinsames Informationsportal Link
Ergebnisse der BLK– Sitzung am 29. Oktober 2001: Edelgard Bulmahn neue BLK–Vorsitzende 2002 Hans Zehetmair Stellvertretender Vorsitzender Link
BLK einig über Förderung von Juniorprofessuren Link
BLK fordert Vorfahrt für Bildung! Link
BLK empfiehlt knapp 3 Mrd. EURO für gemeinsame Forschungsförderung 2002 Link
BLK stellt nach der Evaluation der von Bund und Ländern gemeinsamgeförderten Forschung fünf Thesen für die Zukunft vor Link
Bundestag verabschiedete Dienstrechtsreform. Zustimmung des Bundesrates noch offen Link
"Berufsbild Professor im Wandel" ist das Leitthema der neuen Ausgabe des Tübinger Hochschulmagazins Link
Bayern und Österreich streben Harmonisierung bei Studienangebot, Hochschulzugang und Internationalisierung an. Österreich erprobt "Studieneingangsjahr" und führt Studiengebühren ein Link
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Das baden–württembergische Studentenwerksgesetz hat seit 1999 die Möglichkeit geschaffen, Zielvereinbarungen zwischen Land und Studentenwerken zu schließen. Damit soll auch den Studentenwerken weitgehende Finanzautonomie gewährt werden, wie es schon für die Hochschulen des Landes vorab beschlossen wurde. HEConsult, eine Beratergruppe, die sich aus Mitarbeitern des CHE ausgegründet hat, erstellte eine Analyse, die auf Basis der Merkmale und Funktionen von Zielvereinbarungen das baden–württembergische Beispiel bewertet. Das Gutachten enthält zudem Empfehlungen, die für das Funktionieren dieses partnerschaftlichen Steuerungsmodells entscheidend sind. Den Text des Gutachtens können Sie nachlesen unter:
Link
Kontakt: Dr. Christian Berthold mailto:christian.berthold@heconsult.de
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Der Entwurf des neuen niedersächsischen Hochschulgesetzes sieht die Möglichkeit vor, Hochschulen in die Trägerschaft von öffentlich–rechtlichen Stiftungen zu überführen. Chancen und Risiken dieser Option für die Hochschulreform sind Gegenstand des Symposiums "Stiftungshochschulen – Wege zur Entstaatlichung der Hochschulen" am 16. Januar 2002 in Hannover. Veranstalter: Bertelsmann Stiftung, das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, CHE Centrum für Hochschulentwicklung und Maecenata Institut für Dritte–Sektor–Forschung. Kontakt: Bertelsmann Stiftung, Bereich Stiftungswesen, mailto:Christian.Meyn@bertelsmann.de, Tel. 0 52 41.81–8 15 23, Link
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"Das Wichtige schaffen trotz wenig Zeit": Um Zeitmanagement und Selbstorganisation geht es im Hochschulkurs am 26./27. November im Adam–von–Trott–Haus, Berlin/Schwanenwerder. Trainer: Thomas Zimmerman, Synthesis, Berlin
"Wie akkreditiert man Studiengänge – wie wird dadurch die Qualität von Lehre und Studium gesichert?" sind die Fragen des Hochschulkurses am 6./7. Dezember im Harnack–Haus, Berlin Referenten: Dr. Ankelika Schade, Franz Börsch, Akkreditierungsrat; Thomas Reil, Projekt "Qualitätssicherung", HRK; Prof. Dr. Hermann Saterdag, ehem. Präsident der Universität Koblenz–Landau; Prof. Dr. Jürgen Ebert, Dekan des Fachbereichs Informatik der Universität Koblenz–Landau; Prof. Dr. Manfred Kraft, Studiendekan im FB Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn; Für diesen Kurs existiert eine Nachrückerliste.
„Marmor, Stein und Eisen bricht... Alumni–Arbeit an Hochschulen“ ist das Thema im Hochschulkurs am 14. Dezember im Harnack–Haus, Berlin/Dahlem. Referenten: Albrecht Bayer, Universität Heidelberg; Rudolf–Werner Dreier, Universität Freiburg; Markus Langer, CHE; Dr. Kristina Zerges; Technische Universität Berlin
Fragen: mailto:jutta.fedrowitz@che.de Informationen über neue Veranstaltungen und Anmeldung: Link
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*Redaktion: Dr. Sonja Berghoff Britta Hoffmann–Kobert Lars Hüning Klaus Neuvians
Wir freuen uns über Anregungen oder Kommentare: mailto:che.ckpoint@che.de
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