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News vom 27.06.2017

Kellnern statt Kredit: Immer weniger Studierende verschulden sich

Die Zahl der 2016 abgeschlossenen Studienkredite liegt mit 44.000 deutlich unter dem Wert der vergangenen Jahre. Trotz durchweg seriös bewerteter Angebote im CHE-Studienkredit-Test 2017 raten Experten zur Vorsicht. Dies gilt besonders für neue als „Studienkredit“ deklarierte Privatkredite zu deutlich schlechteren Konditionen.

Wenn das Studium durch BAföG, Stipendien oder Nebenjob nicht ausreichend finanziert werden kann, helfen Studienkredite oder Bildungsfonds. Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist stark zurückgegangen. Dies ergab eine Abfrage im Rahmen des jährlichen CHE-Studienkredit-Testes. Die Zahl der neu abgeschlossenen Studienkreditverträge ist von 2014 bis 2016 um ein Viertel gesunken, von 60.000 auf 44.000. Besonders betroffen sind die beiden Marktführer, der KfW-Studienkredit und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes.

„Größerer zeitlicher Spielraum, sich das Studium wieder per Nebenjob zu finanzieren, könnten Gründe für den Rückgang der Studienkredite sein – im Sinne von ‚Kellnern statt Kredit‘“, fasst der Leiter politische Analysen beim CHE Centrum für Hochschulentwicklung zusammen. „Die gute Nachricht dabei ist“, so Müller: „Studierende in Deutschland verschulden sich heute seltener und wenn, dann nicht Hals über Kopf, sondern umsichtig kalkuliert“. Dafür spreche das durchschnittlich beanspruchte Kreditvolumen. Dieses wurde beim Marktführer, dem KfW-Studienkredit, bei 527 Euro von möglichen 650 Euro monatlich bei weitem nicht voll ausgeschöpft.





Logo des CHE-Studienkredit-Tests 2017

Die Finanzierungsangebote in Deutschland stuft der CHE-Studienkredit-Test 2017 als durchweg seriös und gut gestaltet ein. Unter den 43 untersuchten Studienkrediten, Studiendarlehen und Bildungsfonds erreichten viele Spitzenergebnisse in mehreren der fünf Bewertungskategorien (Zugang, Kapazität, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität).

Allerdings mahnt CHE Experte Müller, neue innovative Angebote zur Studienfinanzierung besonders genau zu prüfen. Hierzu gehören etwa Peer-to-peer- oder Crowdfunding-Kredite, die im CHE Studienkredit-Test nicht bewertet wurden. Hierbei werden die Kredite nicht von der Bank, sondern über ein Webportal von einzelnen oder mehreren Privatpersonen vermittelt. „Unter dem Label ‚Studienkredit‘ wird hier zu teils horrenden Zinssätzen von über 10 Prozent ein Kredit gewährt, der mit den Bedürfnissen eines Studierenden nichts zu tun hat“, warnt Ulrich Müller. So würden „echte“ Studienkredite etwa nicht auf einen Schlag ausgezahlt, sondern in monatlichen Raten.

Ein gutes und seriöses Angebot erkenne man zudem daran, dass bereits bei der Kreditaufnahme Klarheit über die späteren Rückzahlungsmodalitäten herrscht. Dies ist jedoch nicht bei allen untersuchten Angeboten im Test der Fall. „Der Zinssatz für die Rückzahlung ist eine ganz entscheidende Stellschraube des Kreditvertrages“, so Ulrich Müller. „Hier sollten Studierende, die einen Kredit aufnehmen, angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase bei Vertragsabschluss auf Klarheit und Sicherheit des Zinsniveaus drängen.“

Über den CHE-Studienkredit-Test:
Der CHE-Studienkredit-Test 2017 entstand in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt und erscheint in diesem Jahr in seiner zwölften Auflage. Er bewertet anhand von 21 Kriterien Vor- und Nachteile von 43 aktuell verfügbaren Studienkreditangeboten. In diesem Jahr wurde er erstmals um eine Anlage mit 18 regionalen hochschulspezifischen Angeboten erweitert. Datenbasis sind Selbstauskünfte der Anbieter. Mit seinen zahlreichen Detailinformationen bietet er eine transparente Marktübersicht für Studierende und Studieninteressierte. Zusätzlich kann man anhand von Tabellen eine eigene Bedarfskalkulation erstellen. Der CHE-Studienkredit-Test ist frei verfügbar unter www.che-studienkredit-test.de.


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Fax: 05241 9761-40
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