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News vom 22.02.2017

Mehr Vielfalt auf dem Campus: Die fünf Erfolgsfaktoren der privaten Hochschulen

Der private Hochschulsektor in Deutschland boomt. Ihm gelingt es besonders gut, neue Zielgruppen unter den Studierenden anzusprechen. Das CHE hat die dahinter liegenden Erfolgsfaktoren herausgearbeitet. Das Ergebnis: Entscheidend sind individuelle Service- und Studienangebote, kombiniert mit hoher Relevanz für die spätere Berufspraxis der Absolvent(inn)en.

Neben den klassischen, kinderlosen Abiturient(inn)en im Vollzeitstudium wächst der Anteil sogenannter atypischer Gruppen im Studium. Hierzu gehören etwa Studierende mit Kindern, mit bereits abgeschlossener Ausbildung oder berufsbegleitend Studierende. Bei der Adressierung dieser neuen Zielgruppen sind die privaten Hochschulen in Deutschland spürbar erfolgreicher als die staatlichen Institutionen.

Eine qualitative Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt ein wiederkehrendes Muster bei Hochschulen, die in diesem Bereich führend sind. Demnach gibt es bei der Gewinnung atypischer Studierender fünf Erfolgsfaktoren. Diese sind:

  • Marktorientierung, u.a. durch die gezielte Besetzung von Nischenangeboten,

  • Praxisorientierung durch adäquate Vorbereitung auf das Berufsleben,

  • Zielorientierung durch einen klar kommunizierten Mehrwert des Abschlusses im Beruf,

  • Studierendenorientierung durch individuelle fachliche und überfachliche Betreuung und

  • Bedarfsorientierung durch individuelle Studienangebote etwa in Teilzeit oder am Wochenende.




    In diesen Maßnahmen äußere sich eine durchgehende Grundeinstellung, so Ulrich Müller. Der Leiter politische Analysen beim CHE konkretisiert: „Studierende sind sensibel dafür, ob sie als Belastung für die Hochschulbeschäftigten empfunden oder mit offenen Armen empfangen werden.“

    Natürlich, so das Fazit der CHE Publikation, setzen auch staatliche Hochschulen erfolgreich einzelne oder mehrere dieser Erfolgsfaktoren um. Für die Autoren liegt der Schlüssel zum Erfolg aber in der konsequenten Verzahnung und koordinierten Kombination aller fünf Faktoren. Private Hochschulen, die erfolgreich atypische Studierende für sich gewinnen konnten, setzen nicht nur auf Einzelmaßnahmen, sondern bieten das komplette Paket von maßgeschneiderten Seminarangeboten bis zur/zum persönlichen Studienbetreuer(in).

    CHE Experte Müller sieht künftig auch staatliche Hochschulen in der Pflicht, sich stärker an den Bedürfnissen der atypischen Studieninteressierten zu orientieren. „Eine ‚Arbeitsteilung‘, bei der die staatlichen Unis allein Seminare für die klassischen Abiturienten anbieten und der private Sektor sich um den Rest kümmert, ist Augenwischerei“, so Müller. „Je mehr die atypischen Studierenden an Bedeutung gewinnen, desto weniger kann sich eine Hochschule an einem klassischen Studierendentypus orientieren.“

    Über die Publikation
    Die Publikation „Erfolgsgeheimnisse privater Hochschulen“ liefert einen Überblick über die Entwicklung, Typen und Konzepte privater Hochschulen sowie der Zusammensetzung ihrer Studierendenschaft. Für die Gewinnung atypischer Studierender identifizierten die Autoren fünf Erfolgsfaktoren. Die Studie basiert auf einer qualitativen Befragung von fünf ausgewählten privaten Hochschulen, denen die Gewinnung atypischer Studierender nachweislich hervorragend gelingt. Dies waren die Mediadesign Hochschule in Berlin, die FOM Hochschule in Essen, die Steinbeis Hochschule in Berlin, die DIPLOMA Hochschule in Bad Sooden-Allendorf und die Europäische Fernhochschule in Hamburg. Die Autoren von „Im Blickpunkt: Erfolgsgeheimnisse privater Hochschulen – Wie Hochschulen atypische Studierende gewinnen und neue Zielgruppen erschließen können“ sind Jens Engelke, Ulrich Müller, Ronny Röwert. Die Publikation ist Teil des CHE-Themenschwerpunktes „Hochschulbildung wird zum Normalfall“.


    Weitergehende Informationen finden Sie in der angegebenen Publikation.

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    Ulrich Müllermehr
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