Die Ruhr-Universität Bochum und die Fachhochschule Mannheim –
Hochschule für Technik und Gestaltung sind
Beide Hochschulen konnten beeindruckende Reformkonzepte vorlegen,
die ein überzeugendes Gesamtbild erkennbar machen. Die
Gutachter waren beeindruckt von dem insgesamt hohen Niveau der
eingereichten Bewerbungen.
Die 1962 gegründete Ruhr-Universität Bochum ist mit
über 35.000 Studierenden eine der größten Universitäten
Deutschlands. Sie ist in Deutschland Vorreiterin bei der Einführung
der neuen gestuften Studiengänge mit den Abschlüssen
Bachelor und Master. Hervorzuheben ist, dass sie erstmals auch
die neuen Abschlüsse bei der Lehrerausbildung erprobt sowie
einen Reformstudiengang Medizin gestartet hat. Zudem hat sie
mit dem Schülerlabor, der SchülerUni und einem zentralen
Beratungsportal Zeichen für den Übergang Schule/Hochschule
gesetzt. Die Universität hat ein kennzahlengestütztes
System entwickelt, um Mittel nach Leistung zu verteilen. In
der Forschung zeigt die Ruhr-Universität mit zehn Sonderforschungsbereichen
und insgesamt zwölf Graduiertenkollegs sowie sechs Centers
of Excellence, dass sie erfolgreich Akzente gesetzt hat, die
auch international wahrgenommen werden, unter anderem mit ihrer
International Graduate School of Neuroscience und der mit der
Universität Dortmund betriebenen Max-Planck-School in Chemical
Biology. Als modernes Serviceunternehmen schenkt die Ruhr-Universität
Bochum Fragen der Qualitätssicherung und der Personalentwicklung
große Aufmerksamkeit; darüber hinaus hat sie gemeinsam
mit den Universitäten Bayreuth und Clausthal den Informationsdienst
Wissenschaft (idw) für die deutschsprachige Forschungsöffentlichkeit
aufgebaut.
Die Fachhochschule Mannheim – Hochschule für Technik
und Gestaltung, eine primär technisch orientierte Hochschule
mit über 3.700 Studierenden, hat ihre Handlungsfähigkeit
in den vergangenen Jahren durch interne Reformen gesichert.
Managementkompetenzen und Aufsichtsfunktionen wurden klar getrennt.
Besonders bemerkenswert ist die Forschungsstärke der Hochschule.
Keine andere Fachhochschule hat mehr Absolventen, die promoviert
werden und an keiner anderen Fachhochschule gibt es bislang
ein gemeinsam mit einer Universität getragenes Graduiertenkolleg
der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der Praxisbezug der Lehre
leidet darunter nicht. Als eine der ersten Hochschulen in Deutschland
wurde an der FH Mannheim in Kooperation mit der Wirtschaft ein
Trainee-Programm etabliert, das den Studierenden weitreichende
Einblicke in den Beruf ermöglicht. Eine sinnvolle Verbindung
von Praxisbezug im Studium und Sicherung des Lebensunterhalts.
Das Konzept hat inzwischen viele Nachahmer gefunden.
Neben den beiden Siegerhochschulen hatten sich acht weitere
Hochschulen an dem Wettbewerb beteiligt.
Dieses waren
- Fachhochschule Deggendorf
- Fachhochschule Frankfurt/M.
- Fachhochschule Karlsruhe - Hochschule für Technik
- Fachhochschule Kehl
- Fachhochschule Lübeck
- Universität Erfurt
- Universität des Saarlandes, Saarbrücken
- Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/M.
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